Smarties, Haribo und Co: So werden Verbraucher getäuscht!

Hamburg - Die Verbraucherzentrale Hamburg schlägt Alarm: Denn im ersten Halbjahr 2018 wurden mit insgesamt 31 Lebensmitteln eine Rekordzahl an versteckten Preiserhöhungen registriert.

In diesem Jahr gab es einen Rekord an versteckten Preiserhöhungen.
In diesem Jahr gab es einen Rekord an versteckten Preiserhöhungen.  © Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh)

In allen Fällen handle es sich um eine einfache Reduzierung der Füllmenge, durch die sich der Preis für die Verbraucher fast unbemerkt erhöht habe.

Im Vergleich zum Durchschnittswert der letzten sieben Jahre meldeten Verbraucher in der zurückliegenden ersten Jahreshälfte 51 Prozent mehr sogenannter Mogelpackungen, heißt es in einem Bericht der Zentrale.

Darunter waren auch Produkte, bei denen Hersteller den Zucker- oder Fettgehalt reduziert hatten. "Täglich erreichen uns Beschwerden, doch die Politik lässt die Verbraucher seit Jahren im Stich", ärgert sich Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Das ist mit Abstand der höchste ermittelte Wert, seit dem wir unsere Liste führen", erklärt Valet. Dabei sei die Anzahl der betroffenen Produkte tatsächlich noch deutlich höher, denn verschiedene Sorten einer Produktmarke würden nicht extra gezählt.

Der durchschnittliche Preisanstieg pro Lebensmittel lag bei über 20 Prozent. Fast immer waren namhafte Markenprodukte betroffen. So füllte zuletzt beispielsweise Nestlé weniger Inhalt in die "Smarties Riesenrolle" sowie den "Rolo 4er-Pack".

Viele bekannte Markenprodukte stehen auf der Liste.
Viele bekannte Markenprodukte stehen auf der Liste.  © dpa/Verbraucherzentrale Hamburg

Die Deutsche Milchkontor GmbH wiederum verkauft seit März 2018 weniger Käse bei einigen Sorten der Marke Milram. Das Unternehmen The Lorenz Bahlsen Snack-World verteuert seit 2016 immer im Frühjahr mindestens ein Produkt aus seinem Sortiment: Saltletts Brezel, Naturals Chips, Erdnuss Flips und Crunchips waren es in den letzten drei Jahren.

Preisanstiege deuten sich auch im Zusammenhang mit der sogenannten Reformulierung von Lebensmitteln an: "Für weniger Zucker oder Fett im Nährwertprofil müssen Konsumenten nach unseren Beobachtungen oft tiefer ins Portemonnaie greifen", berichtet Valet.

Ein deutlich geringerer Fettgehalt war beispielsweise bei der Knorr "Pommes Sauce" von Unilever mit einem Preisaufschlag von über 10 Prozent verbunden.

Das neue Produkt "Fruitilicious" von Haribo mit "30 % weniger Zucker" wird im 160-Gramm-Beutel verkauft, was diese Fruchtgummis gegenüber den herkömmlichen Fruchtgummis in 200-Gramm-Packungen um 25 Prozent teurer macht.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert schon seit mehreren Jahren eine Plattform, auf der Unternehmen geänderte Füllmengen verbindlich veröffentlichen müssen. "So käme das ganze Ausmaß der Tricksereien endlich ans Tageslicht. Unsere Mogelpackungsliste stellt vermutlich nur die Spitze des Eisbergs dar", sagt Valet.

Titelfoto: dpa/Verbraucherzentrale Hamburg


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