Money Talks: Hochschulen stellen Forderungen an neuen Landtag

Der neue hessische Landtag soll den Hochschulen vor allem mehr Geld in die Kassen spülen (Symbolfoto).
Der neue hessische Landtag soll den Hochschulen vor allem mehr Geld in die Kassen spülen (Symbolfoto).

Wiesbaden - Im Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Schon jetzt formulieren die Hochschulen ihre Wünsche an die künftige Regierung. Es geht vor allem ums Geld.

Die hessischen Hochschulen fordern von einer künftigen Landesregierung deutlich mehr Geld für Investitionen in Gebäude und die digitale Infrastruktur.

Das Förderprogramm des Landes für den Hochschulbau, Heureka, sollte bis 2026 verdoppelt werden, sagte der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Frank Dievernich am Donnerstag in Wiesbaden. Er ist Sprecher der HAW Hessen, dem Zusammenschluss von fünf staatlichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

Aus dem Heureka-Topf fließen derzeit 200 Millionen Euro jährlich, für die Jahre 2021 bis 2026 hat die Landesregierung bereits zusätzlich insgesamt eine Milliarde Euro versprochen.

In einer ähnlichen Größenordnung müsse das Land die Digitalisierung an den Hochschulen unterstützen, sagte Dievernich bei der Vorstellung mehrerer "Wahlprüfsteinen" mit Blick auf die Landtagswahl im Oktober 2018. "Wir brauchen Professoren jenseits der frei werdenden Stellen, die die Digitalisierung voranbringen."

Nur mit einer auskömmlichen Finanzierung könnten die Hochschulen ihren wachsenden Aufgaben gerecht werden, betonte auch der Sprecher der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien, Prof. Joybrato Mukherjee.

Die Zahl der Studierenden werde voraussichtlich auf absehbare Zeit auf ihrem derzeit hohen Niveau bleiben. "Wir haben keinen Studierendenberg, sondern ein Hochplateau."

Mit mehr als 260 200 Studierenden im Wintersemester 2017/18 hatte es zuletzt einen neuen Höchstwert an Hessens Hochschulen gegeben. Erheblichen Nachholbedarf gibt nach Einschätzung der Präsidenten bei der Betreuungsquote.

Hier lägen hessische Universitäten mit rund 70:1 im Vergleich der Bundesländer auf einem unrühmlichen vorletzten Platz. Auf Dauer müsse hier mindestens das Niveau von Baden-Württemberg oder Bayern erreicht werden, wo ein Professor im Durchschnitt für etwa 60 Studenten zuständig ist.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0