Montanregion Erzgebirge: So feiert Sachsen sein Welterbe

Freiberg/Obernhau/Baku - Jaaa, wir sind Weltkulturerbe! Endlich darf sich die Montanregion Erzgebirge mit dem begehrten Unesco-Titel schmücken.

Jubel in Olbernhau. Politiker, Bergleute und Touristiker feierten Sonntag den Titel.
Jubel in Olbernhau. Politiker, Bergleute und Touristiker feierten Sonntag den Titel.  © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.com

Wie ein Band zog sich am Wochenende der Klang von Dippoldiswalde bis Schneeberg, von Freiberg bis ins tschechische Joachimsthal: "Glück auf, der Steiger kommt". So auch Sonntagnachmittag in Olbernhau.

Dort hatte die Saigerhüttenknappschaft eigentlich "nur" zum 25. Jubiläum ihrer Wiedergründung geladen. Doch sie und die Abordnungen befreundeter Vereine der Region bekamen nun Gratulationen aus aller Welt. Das lokale Fest wurde zum Weltkultur-Fete!

Kaum 26 Stunden zuvor war die Nachricht vom Zuschlag aus dem aserbaidschanischen Baku nach Sachsen geschwappt. Samstag, 14.39 Uhr deutscher Zeit.

Heinz-Peter Haustein (64, FDP), Bürgermeister von Olbernhau: "Ich grub im Garten, meine Frau las im Internet. Plötzlich rief sie: „Wir sind Welterbe!“ Da habe ich meine Schaufel fallen lassen und sie umarmt."

Landrat Frank Vogel (62, CDU) berichtet: "Ich fuhr mit dem Auto nach Annaberg-Buchholz, als die Meldung zeitgleich im Radio und auf meinem Handy kam. Ich musste erstmal rechts ran und durchschnaufen."

Feierliche Übergabe am 14. September

Der Althammer im Saigerhütten-Komplex.
Der Althammer im Saigerhütten-Komplex.  © Jens Kugler

An vielen Orten gab es spontane Feiern, so zum Beispiel in Schneeberg. Freibergs OB Sven Krüger (45, parteilos), ist überzeugt, dass die Region den Titel redlich verdient hat: "Wir haben 20 Jahre auf darauf hingearbeitet. Doch die Arbeit geht erst richtig los."

Heißt es doch in der Unesco-Begründung: "Die Bergbautradition der südsächsischen Region stellt einen universellen Wert für die Menschheit dar. Das montane Erbe ist bis heute über und unter Tage lebendig erlebbar."

Und das ist an jeder Ecke: Die ganze Region ist übersät mit Zeugnissen: Die Silberstadt Freiberg, Hütten, Zechen, Hammerwerke, die vom Bergbau mit geformte Landschaft - und das bis weit ins Böhmische (siehe Karte).

Darum erlaubten sich die Erzgebirgler einen Seitenhieb auf die Landeshauptstadt, die 2009 ihren Titel wieder abgeben musste. Haustein: "Die Ernennung ist auch eine Herausforderung für das Erzgebirge. Wir müssen jetzt mehr in den Tourismus investieren. Und eine Waldschlößchenbrücke bauen wir nicht ..." OB Krüger weiß schon, wofür Geld fließen muss: "Ausschilderungen für Touristen und Marketingarbeit."

Am 14. September findet die feierliche Übergabe der Urkunde auf dem Freiberger Obermarkt statt.

Jubel in Olbernhau: Politiker, Bergleute und Touristiker feierten am Sonntag den Titel.
Jubel in Olbernhau: Politiker, Bergleute und Touristiker feierten am Sonntag den Titel.  © Ralph Kunz
Das Kalkwerk Lengefeld.
Das Kalkwerk Lengefeld.  © Marko Borrmann
Förderturm am Arno-Lippmann-Schacht in Altenberg-Zinnwald.
Förderturm am Arno-Lippmann-Schacht in Altenberg-Zinnwald.  © Marko Borrmann
Einfahrt zum Markus-Röhling-Stolln.
Einfahrt zum Markus-Röhling-Stolln.  © Jens Kugler
Das Mundloch "Gelobter Stolln" in Kupferberg.
Das Mundloch "Gelobter Stolln" in Kupferberg.  © Petr Miksicek
Der "Einigkeit Fundgrube Stolln Nr. 1" in Jáchymov.
Der "Einigkeit Fundgrube Stolln Nr. 1" in Jáchymov.  © Jan Albrecht
Freiberg.
Freiberg.  © Marko Borrmann

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