Wegen Kommentar bei MOPO24: Facebook-Hetzer vor Gericht

Der Angeklagte Sven P. (36) am Dienstag im Amtsgericht Meißen.
Der Angeklagte Sven P. (36) am Dienstag im Amtsgericht Meißen.

Von Steffi Suhr und Eric Hofmann

Meissen - Dieser Facebook-Hetzer stand am Dienstag vor Gericht: Sven P. (36) musste sich wegen Billigung einer Straftat verantworten. Der Meißner hatte sich auf dem MOPO24-Facebook-Account unfassbar hämisch über den Brandanschlag auf das künftige Asylbewerberheim geäußert.

Im Juni brannten Feiglinge die geplante Flüchtlingsunterkunft in der Rauhentalstraße in Meißen an. Die acht Wohnungen wurden unbewohnbar. Unternehmer Ingolf Brumm (56) hatte knapp eine halbe Million Euro investiert, um das baufällige Haus bewohnbar zu machen.

Alles war fast fertig, als nachts plötzlich riesige Flammen aus dem Gebäude schlugen. Die Fahnder des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) waren sofort überzeugt: „Es war Brandstiftung.“

Im Juni brannte ein Asylbewerberheim in Meißen.
Im Juni brannte ein Asylbewerberheim in Meißen.

Auch MOPO24 berichtete aktuell über den Vorfall. Auf der dazugehörigen Facebook-Seite hinterließ Sven P. seinen unflätigen Kommentar (wörtlich): „Hihi richtig so. Normalerweise erst einziehen, dann abbrennen. Ab so geht es auch.“

Dafür sollte der Paketfahrer 800 Euro Strafe zahlen, bat aber am Dienstag bei Gericht um Milde: "Ich verdiene nur 1000 Euro, suche seit über einem Jahr eine bezahlbare Wohnung", sagte der Angeklagte. "Der Kommentar war eine dumme Affekthandlung von mir." Und weiter: "Ich würde nie jemanden anzünden."

Richter Michael Falk (54) ließ sich überzeugen: Er senkte die Strafe auf 400 Euro.

Fotos: Ove Landgraf, Roland Halkasch


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