Plage in Dresden! Jäger bauen Wildschwein-Fallen

Stadtjäger Hartmut Geschke (54) im Gelände vom Naturbad Mockritz an seiner Falle für Raubwild wie z. B. Füchse.
Stadtjäger Hartmut Geschke (54) im Gelände vom Naturbad Mockritz an seiner Falle für Raubwild wie z. B. Füchse.

Von Uwe Garten

Dresden - „Füchse, Marder, Marderhunde, Waschbären und Dachse gibt es mittlerweile in der ganzen Stadt“, weiß Jäger Hartmut Geschke (54). Er ist einer von sieben Waidmännern, die ein Jagdrevier in der Stadt gepachtet haben.

Aber besonders zugenommen haben Wildschweine. Sie zerwühlen immer öfter Vorgärten, dringen immer weiter in die Stadt vor.

Da Füchse vorwiegend Mäuse und teils sogar Ratten verschlingen, wird ihnen sogar eine positive Rolle im städtischen Ökosystem zugeschrieben.

Wildschweine hingegen nerven. Vom Schönfelder Hochland entlang des Elbhangs von Pillnitz bis Bühlau sind sie massiv unterwegs. Hier vorwiegend in den Bereichen Borsberg, Helfenberger Grund und Wachwitzgrund.

Wildtiere - wie hier Schwarzwild - leben auch in der Stadt.
Wildtiere - wie hier Schwarzwild - leben auch in der Stadt.

Schwarzkittel grunzen auch in der Dresdner Heide, im Bereich des Hellers bis zur Jungen Heide, rund um Langebrück, Weixdorf und Schönborn.

Zahlen über den Bestand der Wildtiere existieren nicht. Geschätzt wird, dass sich von jeder Art Hunderte Tiere an das Stadtleben gewöhnt, sich angepasst haben.

„Sie haben hier ein gutes Nahrungsangebot, viel Stadtgrün und müssen keine Feinde fürchten“, erklärte der Autoverkäufer.

Bis auf den Menschen - und zwar die Jäger.

„Die Jagd in der Stadt mit dem Gewehr ist aber sehr sehr eingeschränkt", so der Stadtjäger. "Die Sicherheit von Wanderern, Sportlern oder Spaziergängern geht vor. Deshalb jagen wir meistens nur mit Fallen."

Ein nicht alltägliches Bild: Jäger in der Stadt.
Ein nicht alltägliches Bild: Jäger in der Stadt.

Das gefangene Tier wird dann in dem Behälter abtransportiert und an einem sicheren Ort getötet.

Ausnahmen gibt es jedoch auch:

„Wenn Gefahr in Verzug ist, darf mit Genehmigung der Unteren Jagdbehörde mit einer kleinkalibrigen Munition geschossen werden. Das wäre bei einem tollwütigen Tier der Fall, das nicht in die Falle geht.

Fuchsjagd im Mockritzer Bad beispielsweise darf nur mit Schrot erfolgen.“

Er ergänzt: „Die Fallenjagd muss deshalb verstärkt werden, denn zu viele Raubtiere bringen auch Krankheiten mit sich.“

Fotos: Imago, Holm Helis