Starb Melanie (†30) wegen eines Handys? Angeklagter bricht sein Schweigen

Berlin - Dieser Fall schockte nicht nur Berlin. Ende Mai wurde die Leiche einer 30-jährigen Social-Media-Beraterin gefunden. Der mutmaßliche Mörder: Ein 39-jähriger Bulgare, der nach Spanien geflüchtet war. Acht Monate später hat der Prozess begonnen.

Der wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung Angeklagte sitzt im Kriminalgericht in Moabit.
Der wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung Angeklagte sitzt im Kriminalgericht in Moabit.  © Polizei Berlin/dpa

Er soll die Frau in sexueller Absicht attackiert haben, als sie sich an einem Bahndamm sonnte. Er habe die 30 Jahre alte Frau schließlich erstickt, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken, heißt es in der Anklage.

Nachdem er zum Auftakt noch geschwiegen hatte, hat er sich nun erstmals zu der Tat vor Gericht geäußert. Demnach habe er ihr versucht, das Handy zu entreißen, doch es flog weg.

"Sie packte mich am Kragen, ließ nicht los. Sie hatte überraschend viel Kraft. Ich packte sie am Hals. Sie kratzte, drückte meine Hoden zusammen", zitiert die B.Z. den Angeklagten. Nachdem sie den Hang runterrollten, schlugen sie an der Wand an. Da er davon ausging, dass sie tot war, habe er sie mit ihrer Decke und mit Grashalmen beerdigt.

Den Ermittlungen zufolge wurde Melanie R. gegen 16.10 Uhr überfallen. Nach stundenlanger Arbeit verließ sie ihre Wohnung für eine kurze Pause. Auf einer Grünfläche an einem nahe gelegenen Bahndamm habe sie sich sonnen wollen. Es sei für die junge Frau ein Lieblingsplatz für solche Pausen gewesen, hieß es am Rande des Prozesses.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Bulgare die Frau in sexueller Absicht "ergriffen" habe. Er habe der Frau "mindestens den Rock" ausgezogen und versucht, ihr den BH abzustreifen. Als er an heftiger Gegenwehr scheiterte, habe er sie getötet, so die Anklage.

Der Wohnungslose sagte bei der Vernehmung durch die Polizei, dass er es nur auf das Handy abgesehen habe und wies sexuelle Absichten von sich. Ihr Telefon lag aber neben der Leiche. "Ich wollte nicht töten, so wichtig war mir das Handy nicht. Es tut mir sehr leid um das Mädchen", so der Angeklagte vor Gericht. Er nehme Verantwortung für seine Taten.

Ein Urteil soll am 7. März fallen.

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