"Ich wollte nur ihr Handy": Droht Melanies Mörder jetzt lebenslang?

Berlin - Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen: Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder einer 30-Jährigen an einem Bahndamm in Berlin-Pankow wird am Montag (9.30) mit dem Beginn der Plädoyers gerechnet.

Der wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung Angeklagte sitzt im Kriminalgericht in Moabit.
Der wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung Angeklagte sitzt im Kriminalgericht in Moabit.  © Polizei Berlin/dpa

Der 39-jährige Bulgare, der nach Spanien geflüchtet war, soll die Social-Media-Beraterin im Mai 2018 in einem kleinen Park angegriffen und erstickt haben, als sich diese in ihrer Mittagspause an einem Bahndamm sonnte.

Die Leiche war erst zwei Tage später von einem Spaziergänger an einer S-Bahn-Trasse parallel zur Dolomitenstraße entdeckt worden (TAG24 berichtete). Aufgrund der Hitze war die Verwesung schon stark fortgeschritten

Die Anklage geht von einem Mord zur Verdeckung einer vorangegangenen versuchten Vergewaltigung aus. Nachdem der mutmaßliche Mörder zum Auftakt noch geschwiegen hatte, erklärte er im Laufe des bislang dreiwöchigen Prozesses: Er habe lediglich das Handy der Frau erbeuten, sie aber nicht töten wollen.

Der Angeklagte, verheiratet, zwei Kinder, gab bei der Vernehmung durch die Polizei an, dass er es nur auf das Handy abgesehen habe. Sexuelle Absichten wies er von sich. Ihr Telefon lag aber neben der Leiche. "Ich wollte nicht töten, so wichtig war mir das Handy nicht. Es tut mir sehr leid um das Mädchen", so der Angeklagte vor Gericht.

"Sie packte mich am Kragen, ließ nicht los. Sie hatte überraschend viel Kraft. Ich packte sie am Hals. Sie kratzte, drückte meine Hoden zusammen", zitiert die B.Z. den Angeklagten.

Nachdem sie den Hang runterrollten, schlugen sie an der Wand an. Da er davon ausging, dass sie tot war, habe er sie mit ihrer Decke und mit Grashalmen beerdigt.

Sichergestellte Spuren hatten zum Verdacht gegen den Angeklagten geführt, der ohne festen Wohnsitz in Deutschland war (TAG24 berichtete).

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