Mord im Dresdner Rotlichtmilieu

So präsentierte sich "Sandra" in ihren Annoncen.
So präsentierte sich "Sandra" in ihren Annoncen.

Von Steffi Suhr und Uwe Schneider

Dresden - In der Nacht zu Donnerstag wurde auf der Micktner Straße in einer Erdgeschosswohnung eine Frau (43) getötet. Bei der Wohnung handelt es sich wohl um ein Privatbordell.

Offenbar wurde Ramona D. aus Meißen erstochen. Entdeckt hat sie ihr Freund, Mario B. (26).

Die Polizei ermittelt seit kurz nach Mitternacht vor Ort und sucht nach Zeugen, denen der Täter möglicherweise auf der Straße begegnet ist.

Pikant: In der Wohnung empfing die gelernte Bürokauffrau Ramona D. Freier, sie ging als sogenannte "Hobbyhure" anschaffen. Dafür inserierte sie als "Sandra" bei verschiedenen Prostituierten-Seiten im Internet. "Erlebe bei mir Deine heißen unanständigen Träume oder lass Dich einfach mal rundum verführen von mir", schrieb sie in ihrer Anzeige.

Die Kripo bei der Spurensicherung.
Die Kripo bei der Spurensicherung.

Zu ihrem Service gehörten fesseln, Rollenspiele, Kerzenwachs-Massagen. Spezialität: französisch ...

Was war geschehen?

Ein Zeuge (40): "Mein Kumpel Mario kam zu mir und sagte, 'Meine Frau ist tot'. Ich wollte es nicht glauben und ging mit ihm in seine Wohnung. Da lag seine Freundin Ramona im Schlafzimmer im Bett. Sie war zugedeckt. Ich konnte kein Blut erkennen, aber sie atmete nicht mehr. Ich rief sofort die Polizei."

Dann ging alles ganz schnell. Der Notarzt stellte den Tod fest, die Kripo rückte an, der Gerichtsmediziner wurde gerufen. "Sie sagten was von Stichwunden, nahmen uns dann mit zur Vernehmung", so der Augenzeuge.

"Die Dresdner Morduntersuchungskommission hat die weiteren Ermittlungen wegen eines Tötungsdeliktes aufgenommen", informierte Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

Laut Polizei sind Todesursache und Todesumstände Gegenstand der Ermittlungen.

Nach seiner Vernehmung durfte Mario B. wieder gehen.

Seit dem Nachmittag durchwühlen Polizisten, auf der Suche nach der Tatwaffe, Mülltonnen in der Umgebung.

Die Kriminalisten suchen jetzt Zeugen, die sich in der Nacht zum 19. Februar zwischen 22 und 2 Uhr auf der Micktner Straße zwischen Leipziger und Lommatzscher Straße aufgehalten haben.

"Wer kann Angaben zu Personen oder Fahrzeugbewegungen in diesem Bereich machen?", fragt Polizeisprecherin Ulbricht. Hinweise unter Tel.: 0351/483 22 33

Fotos: Steffi Suhr, Christian Essler, privat


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