Was geschah wirklich auf dem Freiberger Balkon?

Miftar I. auf der Anklagebank: Seiner Aussage wurde am Mittwoch wenig Glauben geschenkt.
Miftar I. auf der Anklagebank: Seiner Aussage wurde am Mittwoch wenig Glauben geschenkt.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz - Wende im Prozess um den Balkon-Toten von Freiberg? Die Aussage des Angeklagten Miftar I. (21), der behauptet hatte, Fußballtrainer Udo Z. (†50) in Notwehr erschlagen zu haben, wurde am Mittwoch angezweifelt.

Denn: Das Opfer hatte sich kurz zuvor offenbar das rechte Handgelenk gebrochen.

"Mein Sohn war Rechtshänder, konnte mit dieser verletzten Hand gar nicht zufassen", sagte die Mutter des Opfers, Barbara Z. (70), den Richtern. Miftar I. behauptet, Udo Z. hätte ihn mit einem Messer bedroht. Doch die Polizisten, die als Erste am Tatort waren, fanden keins.

Das Gesicht des Toten soll außerdem mit einem Kopfkissen zugedeckt gewesen sein. Es fehlten Handy und Kamera des Opfers.

Vor Gericht hatte Miftar I. weiter gesagt, er habe sich in der Wohnung von Udo Z. bedrängt gefühlt, weil der Sex von ihm wollte. In Notwehr habe er dem Fußballtrainer eine Bierflasche und offenbar eine Glasvase auf den Kopf geschlagen und sei verängstigt weggelaufen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Auf diesem Balkon wurde Udo Z. leblos gefunden.
Auf diesem Balkon wurde Udo Z. leblos gefunden.

Fotos: Haertelpress/Harry Haertel (1), Bernd Rippert (1)


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