Doch kein Mord? Mutter köpft Baby und steigt dann mit Leichnam in die Bahn

Lüneburg - Der Prozess gegen eine 25-Jährige, die ihre kleine Tochter erst mit einem Kissen erstickt und ihr dann den Kopf abgetrennt hat, könnte noch einmal komplett neu aufgerollt werden. Es bleiben viele Fragen offen.

Im Januar wurde die junge Frau wegen Mordes verurteilt, nun muss der Prozess neu aufgerollt werden (Archivbild).
Im Januar wurde die junge Frau wegen Mordes verurteilt, nun muss der Prozess neu aufgerollt werden (Archivbild).  © DPA

Die junge Frau wurde bereits in einem ersten Gerichtsprozess wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Doch im zweiten Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg plädierte die Anklage am Montag auf eine Haftstrafe von zwölf Jahren und zehn Monaten.

Die Verteidigung ging nicht von Mord, sondern von einem minder schweren Fall des Totschlags aus, weil die Frau erhebliche Beeinträchtigungen aufweise.

Der Anwalt forderte eine angemessene Strafe, das Gesetz sieht da bis zu zehn Jahre Haft vor.

Die Kammer steht nun vor einer besonders schweren Entscheidung.

Die aus Eritrea stammende Frau hatte im Dezember 2016 ihre damals vier Monate alte Tochter in Soltau getötet (TAG24 berichtete).

Als sie aufgewacht sei, habe das Baby tot im Bett gelegen. Mit der Leiche im Kinderwagen sei sie mit dem Zug nach Hannover und zurück gefahren. Später floh die Frau nach Frankreich, kehrte aber nach Soltau zurück.

Einer der psychiatrischen Gutachter erkannte eine schwere Persönlichkeitsstörung, ihm folgte die Verteidigung. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung des Gerichts wieder auf.

Ein anderer Psychiater sah keine Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung mehr und nannte mehrere mögliche Tatmotive, darunter den erweiterten Suizid, Überforderung oder auch den Wunsch, ein neues Leben anzufangen. Die Kammer kündigte ein neues Urteil für Freitag an.

Die Angeklagte (links) sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Verteidiger im Landgericht.
Die Angeklagte (links) sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Verteidiger im Landgericht.  © DPA

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