Es war Mord! Mann bringt Nachbarn wegen eines Kaffees um

Flensburg - In dem Prozess um einen 53-Jährigen, der seinen Nachbarn erst tagelang festgehalten und dann getötet haben soll, ist am Montag das Urteil gefallen.

Das Opfer wurde seit dem 16. Oktober vermisst, wenig später fand man seine Leiche bei einem SEK-Einsatz.
Das Opfer wurde seit dem 16. Oktober vermisst, wenig später fand man seine Leiche bei einem SEK-Einsatz.  © DPA

Der Mann aus Schleswig wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht Flensburg sah es am Montag als erwiesen an, dass der Norddeutsche im Oktober 2017 seinen Nachbarn nach einem Streit umgebracht hatte.

Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung wegen einer Kleinigkeit: Weil das spätere Opfer um eine Tasse Kaffee gebeten habe, sei der Angeklagte so erbost gewesen, dass er auf seinen Nachbarn eingeschlagen habe.

Dabei verlor der 61-Jährige das Bewusstsein und wurde vom Angeklagten mit Panzertape an Armen und Beinen gefesselt. (TAG24 berichtete).

So soll der Mann für etwa drei Tage in der Wohnung des 53-Jährigen festgehalten worden sein - ehe der Angeklagte den 61-Jährigen mit einem Gürtel erwürgt habe.

Anders als Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die beide auf Totschlag plädiert hatten, sieht die Schwurgerichtskammer nun zwei Mordmerkmale erfüllt. Zum einen habe der Angeklagte den 61-Jährigen in Verdeckungsabsicht getötet, um die Freiheitsberaubung zu vertuschen.

Zudem lägen sonstige niedrige Beweggründe vor. Staatsanwaltschaft und Verteidigung äußerten sich direkt nach Verhandlungsende nicht zur Entscheidung. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.


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