Überraschung im Mordprozess um zerstückelte Leiche!

Itzehoe/Dammfleth - Im Mordprozess um die zerstückelte und einbetonierte Leiche von Dammfleth hat es eine Überraschung gegeben: Eine Hamburger Rechtsanwältin wurde aus dem Verfahren entfernt.

Mit verdeckten Gesichtern sitzen die Angeklagten zum Auftakt eines Mordprozesses im Gerichtssaal.
Mit verdeckten Gesichtern sitzen die Angeklagten zum Auftakt eines Mordprozesses im Gerichtssaal.  © Carsten Rehder/dpa

Das Landgericht Itzehoe stellte Strafantrag gegen die Juristin wegen der "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes", wie Peter Müller-Rakow von der Staatsanwaltschaft Itzehoe am Montag sagte.

Wie zuerst das Flensburger Tageblatt berichtete, sei ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eröffnet worden.

Die Juristin hatte in dem Prozess unter anderem die 16-jährige Tochter des Mordopfers als Nebenklägerin vertreten. Die Jugendliche sitzt mittlerweile selber als Beschuldigte in diesem Fall in Untersuchungshaft.

Nach der Festnahme der 16-Jährigen hatten Prozessbeteiligte den Angaben zufolge beobachtet, dass die Anwältin die nicht öffentliche Befragung eines Zeugen mit ihrem Handy aufnahm.

Dieser hatte wegen Morddrohungen seine Aussage per Video-Verhör gemacht.

Nach einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts hatten Polizisten am 13. September noch im Gerichtsgebäude das Mobiltelefon der Juristin beschlagnahmt, wie Gerichtssprecher Nils Meppen sagte.

Die Rechtsanwältin ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft in dem Verfahren nicht mehr Nebenklagevertreterin.

Die 37-Jährige Angeklagte soll im April 2017 ihren Ex-Partner umgebracht haben.
Die 37-Jährige Angeklagte soll im April 2017 ihren Ex-Partner umgebracht haben.  © Carsten Rehder/dpa

Wegen der Tötung eines 41-jährigen Mannes müssen sich seit Mitte August die Mutter der 16-Jährigen und deren neuer Freund vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe verantworten.

Laut Anklage sollen sie den ehemaligen Lebensgefährten der Frau im Frühjahr 2017 heimtückisch ermordet haben (TAG24 berichtete).

Die Leiche sollen sie zerstückelt und auf ihrem Reiterhof in Dammfleth im Kreis Steinburg vergraben haben.

Motiv der Bluttat sollen Beziehungsstreitigkeiten gewesen sein. Die 37 Jahre alte Angeklagte und ihr 47-jähriger Freund schwiegen bislang zu den Vorwürfen.

Der Indizienprozess findet unter strengen Sicherheitsmaßnahmen statt. Die Urteile werden frühestens Ende des Jahres erwartet.

Der Prozess hätte eigentlich am Montag fortgesetzt werden sollen. Jedoch war zusätzlich eine der Richterinnen erkrankt.

Update, 17.53 Uhr

Wie jetzt bekannt wurde, hatte die Rechtsanwältin bereits am 13. September wegen einer drohenden Interessenskollision ihre Entpflichtung beantragt.

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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