Getötete Frau an Autobahn: Spuren an Tatwaffe führen zu anderem Mann

Kiel - Im Indizienmordprozess gegen einen 48-jährigen Mann aus Schackendorf bei Bad Segeberg hat dessen Verteidigung den Verdacht auf einen anderen Mann gelenkt.

Dem 48 Jahre alten Angeklagten wird seit Oktober in Kiel der Prozess gemacht.
Dem 48 Jahre alten Angeklagten wird seit Oktober in Kiel der Prozess gemacht.  © dpa/Carsten Rehder

An der Tatwaffe befänden sich nachweislich die Spuren eines Mannes, dessen Daten in niederländischen und französischen Polizeiakten im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt und Menschenhandel aufgetaucht seien, sagte Verteidiger Jonas Hennig am Montag vor dem Kieler Landgericht.

Dass dieser Mann der Täter sei und die Frau erschlagen habe, sei "keine fernliegende theoretische Möglichkeit, sondern naheliegend".

Die Bemühungen des Gerichts, den Mann ausfindig zu machen, bezeichnete der Anwalt in seinem Beweisantrag als nicht ausreichend.

Der erheblich vorbestrafte und nach Aktenlage aus Polen stammende Verdächtige nutze nachweislich zwei Identitäten.

Das Gericht müsse ihn ausfindig machen und laden "zum Beweis der Tatsache, dass er die Ehefrau erschlagen hat", heißt es in dem Antrag des Verteidigers.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehemann vor, seine Frau Anfang November 2017 nach einem Streit getötet zu haben (TAG24 berichtete). Die 34-jährige Krankenschwester und Mutter eines inzwischen vierjährigen Sohnes starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Die Ehe galt Zeugen zufolge als schwierig, von Scheidung war die Rede.

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Zusammen mit einem Nachbarn hatte er seine Frau tot auf einem Wirtschaftsweg nahe der Autobahn 21 gefunden (TAG24 berichtete). Er hatte sie zuvor als vermisst gemeldet und den Nachbarn auf der Suche nach ihr mitgenommen.

Das Verfahren wird am 15. Januar fortgesetzt.

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0