Sieben tödliche Schläge! So grausam starb Amilov A.

Marat O. vor Gericht.
Marat O. vor Gericht.

Zwickau - Ist Marat O. (36) ein eiskalter Doppelmörder? Zwei Kapitalverbrechen werden dem Kasachen zur Last gelegt - in Zwickau verhandelt die Schwurgerichtskammer des Landgerichts zunächst wegen einer Tat im vogtländischen Bad Elster. Oberstaatsanwalt Holger Illing: „Danach erwartet Herrn O. eine weitere Mordanklage in Koblenz.“

In den Morgenstunden des 26. Februar 2008 hatte Handwerker Tino R. das erste Opfer im Wald gefunden, als er morgens mit seinem Hund spazieren ging. Der Kopf war in eine Tüte eingehüllt, die Hände mit Klebeband gefesselt. Der Tote war Amilov A. (48), ein Landsmann von Marat O.

Oberstaatsanwalt Illing: „An der Tüte fanden wir einen Fingerabdruck des Angeklagten.“ Der Kasache war nach der Tat nach Russland gereist. Vorher hatte er den Mazda des Opfers für 2800 Euro verkauft - ein weiteres Indiz, auf das die Anklage setzt. Ein drittes ist eine DNA-Spur, die die Ermittler an dem Klebeband fanden. 2015 wurde Marat O. in Kopenhagen verhaftet, nach Deutschland ausgeliefert.

Aus der Wohnung des Opfers hatte Nachbar Dieter B. in der mutmaßlichen Todesnacht ein dumpfes Geräusch gehört. „Danach habe ich ihn nie wieder gesehen“, so der Rentner. Und: „Der hat mit Autos gehandelt.“ Musste Amilov A. wegen eines Streits um den Mazda sterben?

Gerichtsmediziner Karlheinz Thiele: „Der Schädel wurde mit einem stumpfen Gegenstand regelrecht zertrümmert. Wenigstens sieben Schläge im Stirn- und Schläfenbereich waren tödlich“.

Zu der Tat hat sich der Angeklagte bisher nicht geäußert. Auch nicht zum Mord an Disco-Chef Daniel S. (35), der im September 2013 in Koblenz erschossen worden war. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Foto: Theo Stiegler


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