Ali Bashar nach Mord an Susanna endlich verurteilt

Wiesbaden - Wegen Mordes an der 14-jährigen Susanna aus Mainz hat das Landgericht Wiesbaden den Angeklagten Ali Bashar zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der irakische Flüchtling Ali Bashar verdeckt sein Gesicht während des Prozesses vor dem Landgericht in Wiesbaden.
Der irakische Flüchtling Ali Bashar verdeckt sein Gesicht während des Prozesses vor dem Landgericht in Wiesbaden.  © DPA

Die Richter stellten am Mittwoch in ihrem Urteil zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den irakischen Flüchtling so gut wie ausgeschlossen.

Das Mädchen war vor mehr als einem Jahr nach tagelanger großer Suche in einem Erdloch verscharrt in einem Waldstück in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim gefunden worden.

Ali Bashar hat Susanna nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ermordet, um die Vergewaltigung der 14-Jährigen zu verdecken. Er habe kaltblütig, zielgerichtet und heimtückisch gehandelt, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Die Verteidigung verzichtete auf einen Antrag für ein konkretes Strafmaß.

Der Angeklagte Bashar hatte zu Beginn des Prozesse gestanden, die Schülerin aus Mainz Ende Mai 2018 in getötet zu haben. Der irakische Flüchtling bestritt aber, das Mädchen zuvor vergewaltigt zu haben. In seinem Schlusswort bat er Susannas Mutter um Entschuldigung.

Er sei bereit, seine Strafe auf sich zu nehmen und diese bis zum letzten Tag abzusitzen, sagte der 22-Jährige.

Harte Worte des vorsitzenden Richters in Richtung Ali Bashar

Noch immer sitzt die Trauer über Susannas Tod tief.
Noch immer sitzt die Trauer über Susannas Tod tief.

Aus Sicht des Gerichts habe Bashar in seinem Prozess kein ernstzunehmendes Wort des Bedauerns geäußert. Er habe weder Reue noch Mitgefühl gezeigt, hieß es am Mittwoch in der Urteilsbegründung des Wiesbadener Landgerichts.

"Eine Verantwortungsübernahme hätte das Geschehene nicht ungeschehen machen können", sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk. Sie hätte aber Susannas Mutter die Chance gegeben, einen Neuanfang in einem Leben ohne ihre Tochter zu erreichen. Dazu sei der Angeklagte jedoch nicht bereit, vielleicht auch nicht in der Lage gewesen.

Weder Susannas Mutter noch die Freundinnen des Mädchens müssten sich vorwerfen lassen, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Am Ende des Prozesses stehe eines unumstößlich fest, sagt Bonk an Ali B. gewandt: "Allein Sie, niemand anderes, trägt die Schuld am Tod von Susanna".

Ausdrücklich würdigte er das Verhalten von Susannas Mutter und ihre Zeugenaussage, die ihm persönlich Respekt abnötige. Damit sei es ihr eindrücklich gelungen, Spekulationen über Susannas Lebenswandel und das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter auszuräumen.

Titelfoto: DPA

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