Fast zwei Jahre nach Tat: Polizei schnappt Verdächtigen im Mordfall Gerd S.

Chemnitz - Der mysteriöse Tod von Gerd. S (20) aus Chemnitz steht offenbar vor der Aufklärung. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt gaben, wurde am Dienstag ein Tatverdächtiger festgenommen.

Die Leiche des 20-jährigen Gerd S. wurde im September 2017 in den ehemaligen Wandererwerken entdeckt.
Die Leiche des 20-jährigen Gerd S. wurde im September 2017 in den ehemaligen Wandererwerken entdeckt.  © Polizei

Der Fall bewegte im Herbst 2017 ganz Chemnitz: Im September wurde in den ehemaligen Wandererwerken an der Zwickauer Straße der leblose Körper eines jungen Mannes entdeckt.

Die Ermittlungen ergaben, dass es sich dabei um den 20 Jahre alten Gerd S. handelt. Die Leiche war so stark verwest, dass erst Wochen nach dem Fund klar war, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt. "Die schwerwiegenden Verletzungen sprechen für ein Tötungsdelikt. Ärzte versuchen zu rekonstruieren, wie welche Wunde im Körper von Gerd S. zustande kam", teilte die Staatsanwaltschaft im Oktober 2017 mit. Seitdem ermittelte die Polizei.

Der 20-jährige S. hatte Drogenprobleme und war seit 2013 öfter in Konflikt mit der Polizei gekommen, ihm drohten Anklagen wegen Diebstahl und Drogenbesitz (TAG24 berichtete). Zuletzt hatte sich S. Hilfe bei einem Streetworker beim AJZ geholt. Zuletzt soll der 20-Jährige jedoch versucht haben sein Leben in den Griff zu bekommen. Doch seit dem 27. Juli 2017 fehlte von dem jungen Mann jede Spur.

Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an

Die Polizeieinsatz nach dem Leichenfund an der Zwickauer Straße.
Die Polizeieinsatz nach dem Leichenfund an der Zwickauer Straße.

Am Dienstag konnte nun ein Tatverdächtiger festgenommen werden. "Der 27-jährige Mann aus Chemnitz ist dringend verdächtig, zu einem nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt zwischen Ende Juli 2017 und Anfang August 2017 seinen Bekannten Gerd S. unter einem Vorwand in das ehemalige Verwaltungsgebäude der 'Wandererwerke' auf der Zwickauer Straße in Chemnitz gelockt zu haben.

Unter Ausnutzung dessen Arglosigkeit fügte er dem Geschädigten massive Verletzungen zu, an denen dieser – wie von dem Beschuldigten gewollt - verstarb", teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Das Amtsgericht Chemnitz hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes erlassen. "Der Beschuldigte räumt den Tatvorwurf bislang nicht ein. Die Ermittlungen dauern an", heißt es in der Mitteilung.

Während der Ermittlungen wurde auch eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Solche Hinweise gingen bei der Polizei allerdings nicht ein.

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