Nach Torso-Fund in Leipzig: Taucher bergen weitere Leichenteile

Während Kriminaltechniker am Leichenfundort Spuren sicherten, dokumentierten Kollegen von der Brücke aus mit einer Drohne das Areal.
Während Kriminaltechniker am Leichenfundort Spuren sicherten, dokumentierten Kollegen von der Brücke aus mit einer Drohne das Areal.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Nach dem Fund eines Frauen-Torsos mit Kopf am Donnerstagabend im Leipziger Elsterbecken haben Polizeitaucher gestern weitere Leichenteile geborgen. Die Ermittler gehen von Mord aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Identität des Opfers noch unklar sein.

Zu Lande, im Wasser und aus der Luft setzte die Polizei gestern ihre Ermittlungsarbeit rund um die Landauer Brücke fort.

Während Kriminaltechniker am Leichenfundort Spuren sicherten, dokumentierten Kollegen von der Brücke aus mit einer Drohne das Areal. Später suchten dann Polizeitaucher rund um die westlichen Brückenpfeiler nach weiteren Leichenteilen.

Der Fundort: An diesem Pfeiler der Landauer Brücke wurde am Donnerstagabend die verstümmelte Leiche einer Frau gefunden.
Der Fundort: An diesem Pfeiler der Landauer Brücke wurde am Donnerstagabend die verstümmelte Leiche einer Frau gefunden.

Und sie wurden fündig: Am Vormittag bargen sie zunächst ein Bein, später die oberen Extremitäten, die der Täter vom Körper abgetrennt hatte. Bereits in der Nacht hatten Feuerwehrleute ein Bein aus dem Schilf gezogen.

Am Morgen begann im Institut für Rechtsmedizin auch die Obduktion, die bis zum Nachmittag andauerte. Weder zur Todesart noch zum Todeszeitpunkt wollte die Staatsanwaltschaft im Anschluss Angaben machen. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz erklärte nur, dass die Identität der Frau weiterhin unklar sei.


Der aktuelle Fall weckt Erinnerungen an den „Manga-Mord“ im Jahre 2011. Der von Tötungsphantasien getriebene Benjamin H. (27) hatte am 12. Oktober seinen Bekannten Jonathan H. (23) in seine Wohnung gelockt.

Dort schlug er den Manga-Fan nieder und tötete ihn dann auf bestialische Weise mit einem Messer. Anschließend zerteilte der Killer die Leiche und warf die Teile ebenfalls ins Elsterbecken - nur wenige hundert Meter von der aktuellen Leichenfundstelle entfernt.

Ende 2012 wurde Benjamin H., der laut gerichtlicher Feststellung Serienmörder verehrte und einem Menschen beim Sterben zuschauen wollte, zu 14 Jahren Haft verurteilt. Zuvor wurde er auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, wo er heute noch untergebracht ist.

Polizeitaucher bergen am Ufer des Elsterbeckens weitere Leichenteile und übergeben sie den Ermittlern.
Polizeitaucher bergen am Ufer des Elsterbeckens weitere Leichenteile und übergeben sie den Ermittlern.

Fotos: Alexander Bischoff, Sebastian Willnow


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