Urteil im Prozess um Schüsse auf Hells-Angels-Boss erwartet

Hamburg - Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss auf St. Pauli will das Landgericht Hamburg am späten Montagvormittag sein Urteil verkünden.

Der angeklagte Arasch R. redet mit seinen Anwälten. (Archivbild)
Der angeklagte Arasch R. redet mit seinen Anwälten. (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

Bei der Tat in der Nacht zum 27. August vergangenen Jahres waren auf den Hells Angel fünf Schüsse abgegeben worden, als er mit seinem weißen Bentley vor einer Ampel am Millerntor hielt.

Der 38-Jährige wurde lebensgefährlich an Kopf und Oberkörper verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Angeklagt sind der 28-jährige deutsche Arasch R., der dem konkurrierenden Rockerclub Mongols angehört haben soll, und Lisa S., seine 24 Jahre alte Freundin.

Die Staatsanwaltschaft hat für den Mann eine lebenslange Haftstrafe beantragt, und zwar wegen Anstiftung zum versuchten gemeinschaftlichen Mord. Sein Verteidiger hat auf Freispruch plädiert.

Für die Mitangeklagte hat die Staatsanwaltschaft 14 Jahre Haft gefordert, ihr Verteidiger neun Jahre.

Rockerboss Dariusch F. wurde in diesem weißen Luxusauto angeschossen.
Rockerboss Dariusch F. wurde in diesem weißen Luxusauto angeschossen.

Die junge Frau hat vor Gericht eingeräumt, dass sie den Wagen fuhr, aus dem heraus der Schütze auf Dariusch F. feuerte.

Sie habe aber nicht gewusst, was der Unbekannte vorgehabt habe, als er bei ihr eingestiegen sei. Der Täter ist flüchtig.

Der Anschlag war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Racheakt.

Gut zwei Jahre zuvor war das Paar Opfer eines ähnlich heimtückischen Überfalls im Stadtteil Schnelsen geworden.

Dabei hatten die beiden Deutschen schwere Schussverletzungen erlitten.

Der Überfall wurde nie aufgeklärt.

Update, 15.45 Uhr: Urteil gefallen

Das Landgericht hat sein urteil verkündet.

Arasch R. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Lisa S. erhielt eine Strafe von zwölf Jahren und sechs Monaten.

Damit sah die Kammer die Vorwürfe als zutreffend an. Vom Schützen fehlt aber jede Spur.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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