Stephan E. widerruft Geständnis: Dramatische Wendung im Mordfall Lübcke

Karlsruhe/Kassel - Stephan E. hat nach dpa-Informationen am Dienstag sein Geständnis im Mordfall Walter Lübcke widerrufen.

Galt bislang als Hauptverdächtiger im Mordfall Walter Lübcke: Stephan E. (Re.).
Galt bislang als Hauptverdächtiger im Mordfall Walter Lübcke: Stephan E. (Re.).  © DPA

Zuerst hatte der SWR berichtet. Die Bundesanwaltschaft kommentierte dies nicht.

Update 13.19 Uhr: Am 25. Juni hatte E. gestanden, den Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Die überraschende Wendung in diesem Fall könnte mit E.s neuem Anwalt in Verbindung stehen.

Der Bild-Zeitung gegenüber bestätigte der Dresdner Rechtsanwalt Frank Hannig (49): "Auf Antrag meines Mandanten hat es einen Verteidigerwechsel gegeben. Ich wurde als Pflichtverteidiger durch den BGH beigeordnet."

Prompt kam es zum Widerruf des Mord-Geständnisses von Seiten E.s. Hannig weiter. "Mein Mandant hat heute sein Geständnis widerrufen. Mehr werde ich dazu im Moment nicht sagen."

Laut Hessisch Niedersächsischer Allgemeine (HNA) verweile der bislang als dringend tatverdächtige E. aber weiterhin in Untersuchungshaft. Am Dienstagmorgen war der bekannte Neonazi noch per Hubschrauber nach Karlsruhe eingeflogen und dann zum Bundesgerichtshof (BGH) eskortiert worden.

Dort wurde ein neuer Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Widerruf habe keine Auswirkungen auf weitere Ermittlungen

Stephan E.s neuer Verteidiger, der Dresdner Rechtsanwalt Frank Hannig.
Stephan E.s neuer Verteidiger, der Dresdner Rechtsanwalt Frank Hannig.  © DPA

Update 13.30 Uhr: Dem SWR zufolge, der sich auf Ermittlungskreise berief, ist der Widerruf eher taktischer Natur. Das ursprüngliche Geständnis des 45-Jährigen sei so detailreich gewesen, "dass durch den Widerruf keine Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen zu erwarten seien".

Der 45-Jährige Stephan E. ist mehrfach vorbestraft und war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen. Der Kasseler Regierungspräsident war Anfang Juni neben seinem Haus erschossen worden.

Der CDU-Politiker war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. E.s neuer Verteidiger, der Dresdner Rechtsanwalt Frank Hannig ist selbst kein unbeschriebenes Blatt. Wie TAG24 berichtete, stand der 49-Jährige bereits selbst wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Subventionsbetrug in zwei Fällen vor Gericht.

Darüber hinaus half er Stasi und PEGIDA und verklagte bereits Bundeskanzlerin Angel Merkel.

Zuvor hatte E. gestanden Walter Lübcke mit einem Kopfschuss getötet zu haben.
Zuvor hatte E. gestanden Walter Lübcke mit einem Kopfschuss getötet zu haben.  © DPA

Titelfoto: DPA

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