Mordfall Susanna: Anklage gegen Ali Bashar erhoben

Wiesbaden/Mainz - Rund acht Monate nach der Verhaftung des mutmaßlichen Mörders der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 21-Jährigen Tatverdächtigen Ali Bashar erhoben.

Seit dem Sommer 2018 sitzt der Tatverdächtige Ali Bashar in Untersuchungshaft.
Seit dem Sommer 2018 sitzt der Tatverdächtige Ali Bashar in Untersuchungshaft.  © Polizei Westhessen/Twitter, dpa

Dem irakischen Flüchtling werde vorgeworfen, das Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben, teilte die Ermittlungsbehörde am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Als Mordmerkmale geht die Staatsanwaltschaft von Heimtücke und der Absicht aus, die 14-Jährige getötet zu haben, um eine Vergewaltigung zu verdecken.

Der in Untersuchungshaft sitzende Ali Bashar hat gestanden, in der Nacht zum 23. Mai 2018 Susanna getötet zu haben. Die Leiche wurde am 6. Juni in Wiesbaden-Erbenheim gefunden.

Der Fall hatte im zurückliegenden Jahr bundesweit großes Aufsehen erregt. Der Verdächtige war nach der Tat in den Nordirak geflohen. Hier hatten ihn kurdische Sicherheitskräfte festgesetzt und schließlich an Deutschland ausgeliefert (TAG24 berichtete).

Der Fall Susanna wurde auch politisch instrumentalisiert

Der Mord an der 14-jährigen Susanna hatte im Sommer 2018 auch zu Protesten und Demonstrationen in Mainz geführt.

Neben Trauerkundgebungen waren dabei auch politische Aktivisten aufgetreten, die den Fall Susanna instrumentalisierten, um gegen illegale Einwanderung zu protestieren (TAG24 berichtete).

Es ist daher möglich, dass der Prozess gegen den Iraker Ali Bashar ebenfalls politischen Gruppen auf den Plan ruft.

Keine Ermittlungen mehr gegen Bundespolizeipräsidenten

Update, 17.25 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Ermittlungsverfahren gegen Bundespolizeipräsident Dieter Romann im Zusammenhang mit der Rückführung des mutmaßlichen Mörders der Schülerin Susanna aus dem Nordirak eingestellt. "Das ist alles abgeschlossen", sagte die Sprecherin der Behörde. Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht.

Nach einer Anzeige hatte die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung gegen Romann ermittelt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Einstellung der Ermittlungen berichtet.

Romann und weitere Bundespolizisten waren im vergangenen Juni nach Erbil im Nordirak geflogen, um den dort festgenommenen Tatverdächtigen zurück nach Deutschland zu bringen.

Mord, Vergewaltigung und Raub?

Update, 21 Uhr: Dem Iraker Ali Bashar wird zudem vorgeworfen, kurz vor dem Mord an der 14-jährigen Susanna ein elfjähriges Mädchen in seinem Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt haben.

Kurze Zeit später sei das junge Mädchen erneut Opfer eines Missbrauchs durch den Iraker gewesen. An der zweiten Vergewaltigung soll auch ein mit ihm befreundeter und mindestens 14 Jahre alter afghanischer Staatsangehöriger beteiligt gewesen sein. Wegen dieser Tatvorwürfe sei gesondert vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Anklage erhoben worden.

In einer dritten Anklage wird Ali Bashar von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, einen Mann im Wiesbadener Kurpark mit Waffengewalt überfallen und ihm unter anderem seine Bankkarte, ein Smartphone und weitere Wertgegenstände gestohlen zu haben.

Die Anklage sei wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Nötigung erhoben worden.

Titelfoto: Polizei Westhessen/Twitter, dpa

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