Festnahme im Fall Peggy (†9): Anwalt legt Beschwerde gegen Haftbefehl ein

Bayreuth - Im Mordfall Peggy hat der Anwalt des 41-jährigen Tatverdächtigen Beschwerde gegen den Haftbefehl beim Amtsgericht Bayreuth eingereicht.

Peggys Leiche wurde im Thüringer Wald gefunden.
Peggys Leiche wurde im Thüringer Wald gefunden.

Die Beschwerde sei eingegangen und werde nun geprüft, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Freitag. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk berichtet.

Es gebe keinen Beweis für die Beteiligung seines Mandanten an der Tötung des neunjährigen Mädchens, sagte Anwalt Jörg Meringer dem Sender. Der Verdächtige hatte in der vergangenen Woche sein Teilgeständnis, die Leiche nur vergraben zu haben, wieder zurückgenommen.

Der 41-Jährige habe auch nichts mit der Beseitigung der Leiche zu tun.

Zum Inhalt der Haftbeschwerde wollte der Gerichtssprecher zunächst keine Angaben machen. Auch wann darüber entschieden wird, sei offen.

Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden.

Im Juli 2016 fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort entfernt. Vergangene Woche kam der 41-Jährige unter Mordverdacht in Untersuchungshaft.

Ermittler sicher: Peggy schon kurz nach Verschwinden ermordet

Im Mordfall Peggy gehen die Ermittler zudem davon aus, dass die neunjährige Schülerin bereits kurz nach ihrem Verschwinden getötet wurde. Dies teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Bayreuth mit. Nach der Festnahme des 41-jährigen Tatverdächtigen vor knapp zwei Wochen werde gegen keine weiteren Beschuldigten ermittelt.

Die Vernehmung des Mannes im September sei auf Video aufgezeichnet worden. Der Beschuldigte habe dabei durchgehend die Möglichkeit gehabt, einen Verteidiger zu kontaktieren, betonten die Ermittler. Dieses Recht habe er nicht wahrgenommen.

Anlass für die Mitteilung seien auch "abstrakte Meldungen" gewesen, dass die Polizei den Verdächtigen bei der Vernehmung unter Druck gesetzt habe, erklärte ein Polizeisprecher.

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