Mordfall Ramona (†10): Verdächtiger saß bereits wegen Vergewaltigungen hinter Gitter

Jena - Am Mittwoch konnte die Soko "Altfälle" aus Jena ihren zweiten großen Durchbruch in einem Kindermord bekannt geben und nun kommen weitere Details ans Licht.

Auch das Alte Fahndungsplakate nach dem Mädchen zeigten die Polizisten auf der Pressekonferenz. (Bildmontage)
Auch das Alte Fahndungsplakate nach dem Mädchen zeigten die Polizisten auf der Pressekonferenz. (Bildmontage)  © Matthias Gränzdörfer

Am Dienstag hatte man den 76-jährigen Wilfried M. aus Sachsen in Erfurt festgenommen, das Amtsgericht in Gera hat mittlerweile einen Haftbefehl erlassen, der Mann sitzt somit nun im Gefängnis.

Und das nicht zum ersten Mal! Der Mann ist für die Polizei nämlich kein Unbekannter, saß bereits wegen der Vergewaltigung von mindestens vier weiteren Mädchen 15 Jahre in Haft, so die Polizei am Mittwoch.

Der Mann war Ende der 1980er Jahre sogar mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden, saß seine Strafe ab und kam dann in die Sicherheitsverwahrung, die später wieder aufgehoben wurde. Allerdings stand er unter einer Führungsaufsicht.

Immer wieder wurde er wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt, zum letzten Mal 1999 in Schweinfurt. Auch für die Ermittler aus Jena stand der Mann schon seit Juli sehr weit oben auf der Liste der Verdächtigen, zudem gehe man davon aus, dass sich Opfer und Täter gekannt haben. Der Mann habe in der Nähe der Familie gewohnt.

In der vergangenen Woche sei der Mann bereits mit einem Haftbefehl konfrontiert worden, habe daraufhin sein Handy abgeschaltet und sei quer durch Deutschland gezogen , immer im Auge der Polizei. Wie die Ermittlungen genau abgelaufen sind, soll erst in einer Hauptverhandlung geklärt werden.

Der Rentner schweigt bisher zu den Vorwürfen, wird sich aber in den kommenden Monaten vor Gericht verantworten müssen. Die Soko "Altfälle" hat damit, nach dem Fall der ermordeten Stephanie, anscheinend einen weiteren Kindermord aufgeklärt. Die Familie der kleinen Ramona wurde in einem "intensiven Gespräch" über die neuen Entwicklungen informiert und wünsche sich viel Ruhe.

Der letzte alte Fall war dies aber nicht, auch der Mord an einem kleinen Jungen in Jena vor mehr als 20 Jahren wird von den Beamten wieder neu aufgerollt.

Titelfoto: Matthias Gränzdörfer

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