Mordfall Lübcke: Wollte der Verdächtige Stephan E. auch einen Iraker töten?

Karlsruhe/Kassel - Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermittelt die Bundesanwaltschaft nun auch wegen einer weiteren Bluttat gegen den Hauptverdächtigen.

Das Foto vom 2. Juli 2019 zeigt Stephan E., den Tatverdächtigen im Mordfall Lübcke.
Das Foto vom 2. Juli 2019 zeigt Stephan E., den Tatverdächtigen im Mordfall Lübcke.  © Uli Deck/dpa

Der in Untersuchungshaft sitzende Stephan E. stehe im Verdacht, am 6. Januar 2016 in Lohfelden im Kreis Kassel versucht zu haben, einen irakischen Asylbewerber zu töten, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Er soll dem Mann von hinten mit einem Messer in den Rücken gestochen und ihn dabei schwer verletzt haben.

Grund für die Tat soll danach die rechtsextremistische Weltanschauung von Stephan E. gewesen sein, was die Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft ermögliche.

Der CDU-Politiker Walter Lübcke war Anfang Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen bei Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden.

Der rund zwei Wochen nach der Tat festgenommene Hauptverdächtige Stephan E. hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, dieses später aber widerrufen (TAG24 berichtete).

Zahllose Hasskommentare gegen Walter Lübcke im Internet

Der Mord an Walter Lübcke hatte bundesweit sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Nicht nur wegen des rechtsradikalen Hintergrunds des Verdächtigen Stephan E., auch zahllose Hass-Kommentare in sozialen Netzwerken, die sich gegen das spätere Mordopfer richteten, kamen so an die Öffentlichkeit (TAG24 berichtete).

Neben dem Hauptverdächtigen Stephan E. gibt es noch einen weiteren Verdächtigen, der wegen des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten in Untersuchungshaft sitzt (TAG24 berichtete).

Über Markus H. soll Stephan E. an Waffen gelangt sein.

Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden.
Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden.  © Swen Pförtner/dpa

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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