Mordfall Walter Lübcke: Das brachte der SEK-Einsatz auf Urlaubsfähren

Frankfurt am Main/Kassel - Der Mordfall Walter Lübcke gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Nach dem brutalen Tod des 65-jährigen CDU-Politikers hat die Polizei offenbar noch immer keine heiße Spur.

Das Foto zeigt den Tatort, das Haus von Walter Lübcke in Wolfhagen-Istha.
Das Foto zeigt den Tatort, das Haus von Walter Lübcke in Wolfhagen-Istha.  © DPA

Der Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke war Anfang Juni tot auf der Terrasse seines Hauses in dem Dorf Wolfhagen-Istha aufgefunden worden (TAG24 berichtete).

Wenig später wurde klar: Der CDU-Politiker war mit großer Wahrscheinlichkeit ermordet worden. Er starb durch einen Kopfschuss.

Ein erster Verdächtiger wurde verhaftet und wieder freigelassen. Am Samstag schließlich holte die Polizei zu einem großen Schlag aus: Bei einem SEK-Einsatz auf zwei Nordseefähren wurde ein Mann festgenommen – angeblich im Zusammenhang mit dem Mordfall Walter Lübcke (TAG24 berichtete).

Nach einer Meldung der Website Hessenschau.de soll es sich bei dem Festgenommenen um einen Mann handeln, der ebenfalls aus Wolfhagen stammt und der als Ersthelfer "am Tatort in Istha Spuren beseitigt haben soll", wie es in dem Bericht wörtlich heißt.

Demnach handelt es sich dabei um Florian A., der als "enger Freund eines Sohnes von Walter Lübcke gilt".

Zweiter Verdächtiger im Mordfall Lübcke wieder frei

Das Archivbild aus dem Jahr 2012 zeigt den verstorbene Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.
Das Archivbild aus dem Jahr 2012 zeigt den verstorbene Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.  © DPA

Laut Hessenschau.de wurden auch die Eltern des Verdächtigen bei dem Einsatz auf der Fähre verhaftet. Die Aktion scheint jedoch die Polizei nicht weiter gebracht zu haben.

Florian A. gilt dem Bericht zufolge nicht mehr als dringend tatverdächtig. Er wurde angeblich bereits in der Nacht zum Sonntag wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Der Mordfall Walter Lübcke – in dem auch schon über einen mutmaßlichen rechtsradikalen Hintergrund spekuliert wurde – bleibt damit weiter rätselhaft.

Update, 12.25 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Kassel und das Hessische Landeskriminalamt haben bestätigt, dass der Verdächtige, der am Samstag in Norddeutschland verhaftet wurde, am frühen Sonntagmorgen wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen wurde.

Bei der Befragung des Mannes hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, "die eine Tatbeteiligung stützen", wie ein Sprecher sagte.

Weitere Details nannten die Behörden aus "polizeitaktischen Gründen sowie zum Schutz der Person" nicht.

Titelfoto: DPA

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