Morgen Flughafen-Streik: Mehr als 200.000 Passagiere betroffen

Frankfurt/Berlin - Auch in dieser Woche müssen sich Reisende wegen des Warnstreiks beim Sicherheitspersonal an mehreren Flughäfen in Deutschland auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Am 7. Januar gab es bereits einen Warnstreik des Sicherheitspersonals am Flughafen Schönefeld.
Am 7. Januar gab es bereits einen Warnstreik des Sicherheitspersonals am Flughafen Schönefeld.  © dpa/Bernd Settnik

Mindestens 220.000 Passagiere sind laut Flughafenverband ADV von den geplanten Arbeitsniederlegungen am Dienstag betroffen.

Neben Deutschlands größtem Airport in Frankfurt wurden Warnstreiks auch für Hamburg, Hannover, München, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt angekündigt.

In München sind nach ADV-Angaben nur die Personal- und Warenkontrollen betroffen, an den anderen Flughäfen auch die Passagier- und Handgepäckskontrollen. Die Deutsche Luftverkehrswirtschaft und die Flughäfen warfen der Gewerkschaftsseite Rücksichtslosigkeit zulasten der Passagiere vor.

Anlass des Ausstands ist der laufende Tarifkonflikt. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 23.000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung. Verdi verlangt brutto 20 Euro pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt.

Arbeitgeber und Verdi widersprechen sich

Auch am Frankfurter Flughafen (Archivbild) dürfte der Betrieb am Dienstag erheblich gestört werden.
Auch am Frankfurter Flughafen (Archivbild) dürfte der Betrieb am Dienstag erheblich gestört werden.  © dpa/Boris Roessler

Der erneute Streikaufruf sei notwendig geworden, weil der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) "weder auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am vergangenen Montag noch auf die Warnstreiks in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart am vergangenen Donnerstag mit einem verhandlungsfähigen Angebot reagiert" habe, sagte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher.

DBB-Verhandlungsführer Volker Geyer kommentierte: "Die Arbeitgeber lassen uns mit ihrer Blockadehaltung leider keine andere Wahl."

Nach Verdi-Angaben hat der BDLS bei der jüngsten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 sein Angebot für eine Entgelterhöhung von 1,8 Prozent auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Die Lohnangleichung für ostdeutsche Bundesländer soll demnach erst nach fünf Jahren beendet sein.

Dem widersprach die Arbeitgeberseite: Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber liege bei bis zu 6,4 Prozent mehr Lohn pro Jahr. Bereits im Dezember habe der Verband zudem sehr deutlich kommuniziert, dass man zu einer weiteren Erhöhung und zu zügigen Verhandlungen ab Jahresanfang bereit sei, erklärte der BDLS.

"Die Gewerkschaft fordert weiterhin stur 20 Euro pro Stunde für alle Beschäftigten und schädigt mit den völlig ausufernden Streikmaßnahmen Passagiere, Flughäfen und Fluggesellschaften massiv", kritisierte BDLS-Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser. "Die Gewerkschaft überspannt den Bogen mit diesen Maßnahmen zunehmend."

Man sei sich der Härten für die Passagiere bewusst, sagte eine Verdi-Sprecherin am Sonntag. Sie verwies aber zugleich darauf, dass die Gewerkschaft die Arbeitsniederlegungen stets frühzeitig angekündigt und auch die Ferien ausgeschlossen habe.

Da die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hätten, sei man nun gezwungen, die Warnstreiks fortzusetzen.

Titelfoto: dpa/Bernd Settnik


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