Bombastisch! Das erwartet Euch im Mega-Blockbuster "Mortal Engines"

Berlin - Für solche Bilder geht man ins Kino! Doch überzeugt auch der Inhalt der Romanverfilmung "Mortal Engines: Krieg der Städte"? Immerhin schrieb das "Der-Herr-der-Ringe"-Team um Peter Jackson (Hobbit-Trilogie, King Kong) das Drehbuch.

Hester Shaw (Hera Hilmar) sinnt auf Rache für den Tod ihrer Mutter Pandora Shaw (Caren Pistorius)
Hester Shaw (Hera Hilmar) sinnt auf Rache für den Tod ihrer Mutter Pandora Shaw (Caren Pistorius)  © PR/Universal Pictures International

Die Ausgangslage ist krass: Es dauerte nur 60 Minuten, bis die Menschheit wie wir sie kennen vernichtet war. Die vergiftete Erde wurde von der hochtechnologisierten Waffe "Medusa" vernichtet. Diese noch gefährlichere Art einer Atombombe löschte ganze Städte mit einem Mal aus.

Daher brach ein neues Zeitalter an: Mobile Raubstädte zogen durch die Lande, das Recht des Stärkeren war fortan das Gesetz.

Besonders mächtig ist London, angeführt von Thaddeus Valentine (Hugo Weaving), der seiner Metropole auch die Kleinstadt von Hester Shaw (Hera Hilmar) einverleibt.

Diese sticht Valentine bei der ersten Gelegenheit nieder, wird jedoch von Tom Natsworthy (Robert Sheehan) aufgehalten und verfolgt.

Bevor sie entkommt, vertraut sie ihm ein Geheimnis an. Valentine ermordete aus Machtgier ihre Mutter.

Als Tom ihm das erzählt, tritt ihn Valentine in einen Schacht und damit aus der Stadt, um seine dunkle Vergangenheit geheim zu halten. Nun muss sich Tom an die wütende Hester halten, um in den brutalen Ödlanden zu überleben und für Gerechtigkeit zu sorgen...

London ist die stärkste aller Rollstädte. Die Anführer bauen ihre Macht immer weiter aus.
London ist die stärkste aller Rollstädte. Die Anführer bauen ihre Macht immer weiter aus.  © PR/Universal Pictures International

Dieser Geschichte sieht man das Budget von 100 Millionen US-Dollar zu jeder Zeit an. Das Langspielfilm-Debüt von Regisseur Christian Rivers protzt geradezu mit bombastischen Bildern.

Die Technik, die das erfahrene Team bereits in "Der Hobbit"-Trilogie benutzte, ist mittlerweile noch ausgereifter.

Die sich durch die kargen Landschaften walzenden Auto-Städte beeindrucken auch deshalb, weil die dynamische Kameraführung sie perfekt einsetzt und in Verbindung mit den abwechslungsreichen Designs der unterschiedlichen Metropolen für solch außergewöhnliche epische Momente sorgt, für die Zuschauer scharenweise ins Kino gehen.

Doch bedauerlicherweise fehlt dem Film das Herz und die Seele, was an der durchwachsenen Regieführung und der holprigen Charakterdarstellung und -entwicklung liegt.

Zwar lassen sich die Motive und Handlungen der einzelnen Figuren im Ansatz durchaus nachvollziehen, wirklich mitfiebern kann man mit den Protagonisten allerdings nur ansatzweise. Emotionale Nähe baut sich so über die gesamte Laufzeit von 129 Minuten nur selten auf, weil den Figuren die Tiefe fehlt.

Dazu kommt ein überraschend mäßiges Drehbuch, das durch den Schnitt stellenweise zu sprunghaft wirkt und zu viele Fragen offen lässt. Viele Themen werden nämlich nur angerissen, aber nicht ausgeführt oder wenigstens aufgelöst.

Der vielschichtige Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) ist der heimliche Herrscher Londons.
Der vielschichtige Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) ist der heimliche Herrscher Londons.  © PR/Universal Pictures International

Das ist deshalb besonders bedauerlich, weil der Film aus rein technischer und handwerklicher Sicht betrachtet großartig geworden ist.

Die Spezialeffekte sind visuell so atemberaubend, dass sie völlig zurecht in der Vorauswahl in dieser Kategorie für die "Oscars" im kommenden Jahr stehen.

Auch die identitätsstiftenden Kostüme, das herausragende Make-up, die grandiose Ausstattung und die treibende Musikuntermalung sind klasse!

Dazu kommt ein fantastischer, dystopischer Science-Fiction-Ansatz, der spannend, interessant und voller kluger Anspielungen ist, weshalb es eine mitreißende Grundstimmung gibt.

Doch wegen des durchwachsenen Schnitts gibt es immer wieder Längen. Dazu sind die Lovestories mitunter zu dick aufgetragen und vorhersehbar.

An den schauspielerischen Leistungen liegt das nicht. Neben Weaving (Matrix-Trilogie, Herr-der-Ringe-Trilogie, V wie Vendetta) spielen sich auch die Isländerin Hilmar (Da Vinci’s Demons, Der Eid) und die südkoreanische Musikerin Jihae (Mars) im positiven Sinne in den Vordergrund.

Aber auch sie schaffen es nicht, den Film vor der Belanglosigkeit zu retten, weil die inhaltlichen Schwächen dafür einfach zu auffällig sind. Visuell, technisch und handwerklich ist "Mortal Engines: Krieg der Städte" allerdings großes Kino.

Shrike (rechts, Stephen Lang) und Hester Shaw (Hera Hilmar) schließen einen teuflischen Pakt. .
Shrike (rechts, Stephen Lang) und Hester Shaw (Hera Hilmar) schließen einen teuflischen Pakt. .  © PR/Universal Pictures International

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