Widersprüche abgewiesen! Moschee darf gebaut werden

Die Moschee soll in der Georg-Schumann-Straße gebaut werden.
Die Moschee soll in der Georg-Schumann-Straße gebaut werden.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Dem Neubau einer Moschee in Leipzig steht nichts mehr im Wege. Sämtliche von Nachbarn eingereichte Widersprüche gegen das Bauvorhaben im Stadtteil Gohlis seien zurückgewiesen worden, teilte die Landesdirektion am Montag mit.

Es ist wohl derzeit das umstrittenste Bauprojekt in Leipzig: Auf einem kleinen Eckgrundstück an der Georg-Schumann-Straße will die islamische Ahmadiyya-Gemeinde, die in Leipzig etwa 70 überwiegend pakistanische Mitglieder hat, eine kleine Moschee bauen.

Geplant ist auf einer etwa 170 Quadratmeter großen Grundfläche ein zehn Meter hoher Kuppelbau mit zwei 12 Meter hohen Minaretten. Im Inneren soll es zwei Gebetsräume (Männer und Frauen getrennt), eine Wohnung für den Imam, eine Bibliothek und ein Veranstaltungszimmer geben.

Der Moscheebau soll demnächst ausgeschrieben werden.
Der Moscheebau soll demnächst ausgeschrieben werden.

Vor allem in der unmittelbaren Nachbarschaft gibt es Unbehagen bis hin zu offenen Protesten gegen das Projekt. Eine Online-Initiative, die vor allem von der NPD unterstützt wurde, sammelte 11.000 Unterschriften gegen den Bau.

Die AfD forderte gar eine Volksabstimmung. Geschmackloser Höhepunkt des Protests: Unbekannte platzierten 2013 blutige Schweinsköpfe auf dem geplanten Bauplatz.

Von all dem unbeirrt beschied die Stadtverwaltung im September eine Bauvoranfrage der Gemeinde positiv. Drei unmittelbare Nachbarn der künftigen Moschee legten daraufhin Widersprüche ein, die das Bauvorhaben stoppten.

Angeführt wurden in den Einsprüchen vor allem der zu erwartende Parkplatzlärm vor Gebeten sowie eine befürchtete Unverträglichkeit der Moschee-Architektur mit der Umgebungsarchitektur.

Nach monatelanger Prüfung hat die Landesdirektion jetzt sämtliche Widersprüche als „unbegründet“ zurückgewiesen. „Nach Auffassung der Landesdirektion Sachsen fügt sich das Vorhaben in die nähere Umgebung ein“, heißt es in einer Erklärung der Behörde. Die Nachbarn würden in ihren Rechten „nicht unzumutbar beeinträchtigt“.

„Für uns ist das eine sehr erfreuliche und wichtige Nachricht, denn jetzt kann es endlich losgehen“, sagte Gemeinde-Organisator Dr. Rashid Nawaz (43) im Telefonat mit MOPO24. Die Ahmadiyya-Gemeinde will nun schnellstmöglich einen Architektenwettbewerb starten, damit noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann.

Die kalkulierten Baukosten in Höhe von 700.000 Euro will die Gemeinde, die bundesweit etwa 36.000 Mitglieder hat, über Spenden aufbringen.

Fotos: Foto: Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland/www.ahmadiyya.de


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0