Nazis blamieren sich mit Hakenkreuz-Shirts für Fußballfans

Mit diesen Shirts wollen rechte Shirt-Designer ihre Gleichgesinnten auf Fußball-Feldzug nach Russland schicken. Schon wieder im Sommer.
Mit diesen Shirts wollen rechte Shirt-Designer ihre Gleichgesinnten auf Fußball-Feldzug nach Russland schicken. Schon wieder im Sommer.

Berlin/Moskau - "Diesmal kommen wir im Sommer", das ist mal eine Kampfansage für die Fußball-WM 2018. Dazu noch das Hakenkreuz. "Kreative" rechte Shirtdesigner haben bei dieser Fanbekleidung für die Weltmeisterschaft in Russland wirklich tief in die historische Trickkiste gegiffen. Leider war es ein Fehlgriff.

Derzeit geistert ein Foto des Spruch-Shirts durch die Sozialen Medien. Einmal als Hakenkreuzvariante (natürlich verboten) und einmal in der entschärften Version mit Kapuzenträger, Baseballschläger und Eisernem Kreuz. Die wurde bis vor Kurzem sogar auf einer "lustigen" Spreadshirt-Seite bei Facebook angeboten. Vice berichtet, dass der Shop damit wirbt, schon 62 Exemplare verkauft zu haben.

Doch wer sich damit brüstet, "diesmal" im Sommer in Russland "einzumarschieren" und einen "Sieg für's Vaterland" nach Hause zu tragen, entlarvt sich durch das Tragen des weißen T-Shirts als ziemlich (geschichts-)dumm.

Denn ein Blick ins Geschichtsbuch würde reichen, um sich noch einmal (oder überhaupt) in Erinnerung zu rufen, dass die Wehrmacht auch im Zweiten Weltkrieg im Sommer (22. Juni 1941) in Russland eingetroffen ist. Der Winter war lediglich ein Faktor der Niederlage der Deutschen an der Ostfront.

"Diese Nazis sind nicht nur unverschämt und saudumm, sondern auch komplett im Geschichtsunterricht gescheitert.", kommentiert ein Twitter-User ein Foto des Shirts. Bei manchen Russen geht die Wut über den Spruch sogar so weit, dass sie den Nazis mit dem Tod drohen. "Wir werden jeden Faschisten begraben, selbst im Sommer", schreibt einer unter das Bild.

Laut dem umstrittenen deutschen Ableger der Russischen Nachrichten-Seite RT-News soll sich auch die FIFA selbst schon zu dem Vorfall geäußert haben. "Die FIFA toleriert keine Erscheinungsformen der Diskriminierung und verfügt über ein Instrument, das eine Atmosphäre der Feierlichkeit und des Respekts in Stadien gewährleistet. Was diesen konkreten Fall angeht, so betrachtet die FIFA solche Kleidungsstücke als eine weitere Erscheinungsform des Hasses und wird Personen, die sie anhaben, in Stadien nicht zulassen", zitiert die Seite angeblich den Pressedienst der Organisation.

Verhindern kann der Weltfußballverband die Shirts jedoch nur IM Stadion. Außerhalb müsste die russische Polizei einschreiten. Wer genau hinter dem Druck steckt, bleibt jedoch bisher im Dunklen.


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