Mücken lieben die Hitzewelle: Droht uns jetzt eine Plage?

Hamburg - Das schwüle Wetter ist zurzeit optimal für Mücken. Doch das vermeintliche Problem hat auch einen positiven Nebeneffekt.

Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes.
Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes.  © DPA

"Am Mittwoch wird die Hitzewelle im Norden erst einmal ihr schwül-warmes Hoch erreichen, Donnerstag und Freitag gibt es dann zwar eine kurze Entspannung, aber am Wochenende sind wieder schwüle 30 Grad zu erwarten", sagte Gerd Müller vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg am Montag.

Dieses feucht-heiße Klima ist laut Deutscher Wildtier Stiftung ideal für die Fortpflanzung der Mücken. Jedes Weibchen legt hunderte Eier und der Nachwuchs schlüpft bereits nach wenigen Tagen. Für Menschen ist das unangenehm, für viele Wildtiere sind die Insekten aber Hauptnahrungsmittel.

"Sie sind auf der Welt, um gefressen zu werden", sagte Jenifer Calvi von der Stiftung. In jedem Entwicklungsstadium seien sie eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere. Eine richtige Plage sei daher auch nicht zu befürchten.

Kleine Fische und Libellen fressen bereits die Mückeneier, etwas größere Larven werden gern von Vögeln aufgepickt und Fledermäuse sowie andere Insektenfresser jagen dann die ausgewachsene Mücke.

Nach Auskunft von Rolf Beutel, Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, stechen nur die Weibchen die Menschen, weil sie unter anderem Proteine aus dem Blut für die Produktion der Eier brauchen.

Es sei ein Missverständnis, dass die "Plagegeister" durch Licht angelockt werden, betonte Beutel. "Es ist das CO2, das wir ausatmen, und vor allem unser Schweiß und die darin enthaltenen Fettsäuregemische."

Jeder Mensch habe andere Fettsäuregemische - deswegen sei mancher für die Mücken attraktiver.

Auf einem Finger sitzen zahlreiche Mücken.
Auf einem Finger sitzen zahlreiche Mücken.  © DPA

Titelfoto: DPA

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