Überträgt Viren und Würmer: Neue Stechmücken-Art in Hessen angekommen

Frankfurt/Wiesbaden - Nach der Asiatischen Tigermücke und der Asiatischen Buschmücke hat sich nun auch eine dritte exotische Mückenart in Hessen angesiedelt.

Das Foto zeigt eine Mücke der Arte "Aedes aegypti". Die Verwandte Arte "Aedes koreicus" wurde in Wiesbaden nachgewiesen.
Das Foto zeigt eine Mücke der Arte "Aedes aegypti". Die Verwandte Arte "Aedes koreicus" wurde in Wiesbaden nachgewiesen.  © DPA/EPA/GUSTAVO AMADOR

Wissenschaftler des Senckenberg Forschungszentrum Biodiversität und Klima und der Frankfurter Goethe-Universität berichteten in einem nun veröffentlichten Artikel im Fachmagazin "Parasitology Research" über vier Exemplare der Mückenart "Aedes koreicus", die in Wiesbaden nachgewiesen wurde.

Erstmals sei eine einzelne Mücke dieser Art im Jahr 2015 in Bayern nachgewiesen worden. Bei der im Rahmen des bundesweiten Stechmücken-Monitorings in Hessen entdeckten Population könnte es sich um Vorboten einer flächendeckenden Ausbreitung der exotischen Mückenart in Deutschland handeln, teilte das

"Aedes koreicus" stammt wie die anderen exotischen Mücken aus Ostasien und ist eigentlich in Korea, Japan, China und Teilen Russlands zu Hause.

Sie gelten als potenzielle Überträger von Krankheiten wie der Japanischen Enzephalitis sowie von Fadenwürmern.

Viren und Fadenwürmer

Bei der Japanischen Enzephalitis handelt es sich um eine durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung, gegen die es keine spezifischen wirksamen Medikamente gibt. Vor allem Kinder sind von dieser Krankheit bedroht.

Parasitär lebende Fadenwürmer sind relativ kleine, weiße bis farblose, fädige Würmchen. Sie können den Darm, die Lymphgefäße und das Unterhautfettgewebe befallen.

Auch wegen ihrer Rolle als potentieller Krankheitsüberträger wollen die Wissenschaftler die Mückenart "Aedes koreicus" in Wiesbaden genau im Augen behalten.

"Wenn sich bislang nur eine kleine Population einer neuen Mückenart in Deutschland angesiedelt hat, kann man diese gegebenenfalls zurückdrängen. Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance jedoch vertan", sagte Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität.

Titelfoto: DPA/EPA/GUSTAVO AMADOR

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