Das passiert, wenn Du eine Bananenschale achtlos in die Natur wirfst

München - Müll ist auch in den Bergen allgegenwärtig. Zigarettenstummel, Plastikflaschen, Verpackungsmüll werden achtlos am Weg zurückgelassen. Doch selbst Taschentücher und Bananenschalen richten in der Natur erheblichen Schaden an.

Müll wie Bananenschalen gehören nicht in die Umwelt. (Bildmontage)
Müll wie Bananenschalen gehören nicht in die Umwelt. (Bildmontage)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Marion Tohang/ 123RF

Ein Zigarettenstummel enthält bis zu 4000 toxische Substanzen, 50 davon sind krebserregend. Regen spült die Giftstoffe dann ins Grundwasser und so auch in unser Trinkwasser, erklärt Renate Steinacher vom Verein "#estutnichtweh", der sich gegen Müll in den Bergen einsetzt.

Bei einer Alpenüberquerung bemerkte Renate, dass viele Wanderer ihren Müll einfach am Weg zurücklassen. Die Aktivistin möchte Bergsteigern ihrer Gipfelzigarette nicht vermiesen, doch in der Natur haben die Kippen nichts verloren!

Im Wasser tötet ein Zigarettenstummel eine Forelle in vier Tagen, berichte Renate gegenüber TAG24. Kleinkinder, die sich die Kippen vom Boden in den Mund stecken, können an vier Stück sterben.

Bis eine Zigarette in der Natur völlig verrottet ist, dauert es bis zu sieben Jahre. Das ist nicht das einzige, was in den Bergen zum Problem wird: Weggeworfene Glasflaschen bergen ein Verletzungsrisiko und können schnell Waldbrände auslösen. Bis Glas in der Natur zerfällt, dauert es über 4000 Jahre.

Dosen gehören zu den am meisten weggeworfenen Dingen in der Natur, weiß Renate. Bis eine Aluminiumdose zerfällt, können über 500 Jahre vergehen.

Deshalb solltest Du keine Taschentücher oder Bananenschalen in die Natur werfen

Bis eine Aludose verrottet können 500 Jahre vergehen.
Bis eine Aludose verrottet können 500 Jahre vergehen.  © #estutnichtweh

Wer denkt, nur Plastik und Co verschandeln die Umwelt, liegt falsch: Auch das so oft eingesetzte Taschentuch ist schlecht.

Bakterien, Viren und Keime verteilen sich und es dauert tatsächlich bis zu zehn Jahre, bis ein Schnäuztuch in der Natur zerfällt. Wer am Berg mal "muss" sollte besser Klopapier im Gepäck haben, das ist darauf angelegt sich schnell aufzulösen, erklärt Renate.

Auch Obstreste wie Bananenschalen sollen nicht einfach in der Natur entsorgt werden: Die Schale ist meist mit Pestiziden behandelt, sie sind für Tiere ungenießbar. Durch das Wetter am Berg kann der Abbau stark verzögert werden, außerdem fehlen oft die nötigen Mikroorganismen zur Zersetzung.

Am Gletscher kann es daher bis zu fünf Jahre dauern, bis von einer Bananenschale nichts mehr übrig ist.

Genau wie in unseren Meeren hat Müll in den Bergen überhaupt nichts verloren. Also nimm ihn einfach wieder mit ins Tal, wenn Du auf einer Tour unterwegs ist. Denn wie es im Motto des Vereins schlicht heißt: Es tut nicht weh.

"Weil es nicht weh tut": Deshalb solltest Du Deinen Müll immer mitnehmen

Mit dem "tschickdoserl" (Tschick = österr. Zigarette) lassen sich Kippen einfach und sauber ins Tal transportieren.
Mit dem "tschickdoserl" (Tschick = österr. Zigarette) lassen sich Kippen einfach und sauber ins Tal transportieren.  © #estutnichtweh

Müll sollte Dich auf Deinem Rückweg vom Berg begleiten. Der gemeinnützige Verein "#estutnichtweh" setzt sich für eine saubere Natur ein.

"Wer am Weg über Müll stolpert, hebt ihn auf und nimmt ihn mit: am Berg, im Tal, am Fluss und in der Stadt. Weil es nicht weh tut, und weil jeder noch so kleine Beitrag in der Summe einen riesigen Unterschied für die Umwelt macht", heißt es im Kredo des Vereins.

Mit kleinen Gadgets versucht der Verein Wanderer beim Müllsammeln zu unterstützen. Ob Tschickdoserl, Mistzangerl oder Drecksackerl: Vereinsmitglieder bekommen die Tools exklusiv.

Freeride-Weltmeisterinnen Eva Walkner, Aline Bock sowie der Profi-Bergsteiger und Extremkletterer Alexander Huber gehören zu den prominenten Botschaftern der Aktion.

Alles Weitere zum Verein und wie Du Deinen Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten kannst, "ohne dass es Dir weh tut", erfährst Du >>hier auf der Webseite.

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