Wie sicher sind Autos bei Gewitter wirklich? Das solltet Ihr beachten

München - Heftige Gewitter sind im Sommer keine Seltenheit. In vielen Regionen Deutschlands herrscht aktuell Unwettergefahr. Wie sollten sich Fahrer von Autos, Wohnmobilen und Motorrädern verhalten?

Bei Gewitter sollten auch Autofahrer entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. (Symbolbild)
Bei Gewitter sollten auch Autofahrer entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. (Symbolbild)  © 123RF

Die Konstruktion des Autos wirkt bekanntermaßen wie ein Faradayscher Käfig. Autofahrer sind im Fahrzeug daher in der Regel vor Blitzen sicher, teilt der ADAC mit. Die bis zu mehreren hundert Millionen Volt starken Entladungen leitet die Metallkarosserie in den Boden ab.

Auch Cabriofahrer müssen sich in der Regel keine Sorgen machen. In fast jedem Verdeck gibt es Metallstangen, die den Einschlag weiterleiten. Der Rahmen der Windschutzscheibe, ein Überrollbügel und die Mechanik des Verdecks unterstützen die Wirkung.

Labortests hätten ergeben, dass zwar beim Einschlag Brandspuren im Verdeck entstehen können, die Situation für Passagiere darunter aber unbedenklich sei. Selbstverständlich müssen Cabriofans das Verdeck schließen, und zwar bereits dann, wenn es Anzeichen für ein Gewitter gibt.

Dann sollten Autofahrer Schutz suchen und ihr Fahrzeug während des Gewitters möglichst abstellen. Wichtig: Nicht unter Bäumen! Für einen Parkplatz sollten keine erhöhten Punkte ausgewählt werden. Fenster und Schiebedach schließen und alle Antennen einziehen. Dann gilt: keine Metallteile anfassen, die mit der Karosse in Verbindung stehen, so der ADAC.

Gerade in der Ferienzeit sind jedoch auch viele im Caravan oder Wohnmobil unterwegs. Sind auch die sicher? Dafür spielt die Bauweise eine wichtige Rolle.

Auch wenn das Auto Schutz vor Blitzen bietet, lauern andere Gefahren, die es nicht zu unterschätzen gilt.
Auch wenn das Auto Schutz vor Blitzen bietet, lauern andere Gefahren, die es nicht zu unterschätzen gilt.  © 123RF

Modelle aus reinem Kunststoff, etwa in GFK-Bauweise, bieten keinen Schutz. Eine Alu-Außenhaut oder eine Kunststoffbeplankung auf einem Metallgerüst wirkt aber laut ADAC ebenfalls wie ein Faradayscher Käfig.

Droht ein Gewitter, schließen Camper die Fenster, Türen, Klappdächer und ziehen das außen angebrachte Stromkabel ab. Der Kontakt mit Wasser etwa beim Duschen und Abwaschen ist tabu. Metallteile des Interieurs meiden Urlauber genauso wie mit dem Kopf in die Nähe des Daches zu kommen. Sicher sei die Fahrerkabine - es sei denn, sie ist aus GFK.

Schlägt der Blitz in ein Fahrzeug ein, kann er nicht nur die Insassen blenden und erschrecken. Auch Schäden etwa an der Elektronik, am Lack oder an den Reifen sind möglich. Der ADAC rät, besonders die Reifen nach einem Einschlag in einer Fachwerkstatt kontrollieren zu lassen.

Direkte Blitzschäden decke meist die Teilkaskoversicherung ab. Hinweise auf eine besondere Gefahr etwa für E-Autos liegen dem ADAC nicht vor. Anders verhält es sich bei Motorrad- und Fahrradfahrern. Sie sind den Gefahren schutzlos ausgeliefert.

Für sie gelten daher dieselben Schutzmaßnahmen wie für Fußgänger: Exponierte Stellen und hohe Objekte wie Bäume oder Masten meiden. Schutz bietet beispielsweise eine Brücke. Dabei Abstand zum Fahrrad oder dem Motorrad halten. Auf einem freien Feld nehmen Personen eine Kauerstellung ein und nehmen die Füße zusammen.

Für Autofahrer gilt: Gefahr droht zwar nicht durch Blitzschlag, wohl aber durch schlechte Sicht etwa durch Regen, Hagel sowie durch Aquaplaning, Äste und andere auf die Straße gerissene Hindernisse.

Titelfoto: 123RF


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