Paukenschlag! Fraktionschef Markus Plenk verlässt AfD-Fraktion

München - Der AfD-Fraktionsvorsitzende Markus Plenk (49) will seinen aktuellen Posten abgeben, aus der Fraktion und darüber hinaus voraussichtlich auch aus der Partei austreten.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Markus Plenk will seinen aktuellen in der Fraktion abgeben.
Der AfD-Fraktionsvorsitzende Markus Plenk will seinen aktuellen in der Fraktion abgeben.  © DPA

"Ich verlasse die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag", sagte Plenk am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in der Landeshauptstadt München - zuvor hat der Spiegel über das Vorhaben berichtet.

Ob er auch aus der Partei austreten wird, will Plenk am Wochenende endgültig entscheiden. "Ich gehe aktuell davon aus." In dem Fall würde er dann gerne zur CSU und somit in deren Fraktion wechseln.

Der Spiegel zitierte Plenk mit den Worten: "Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein." Der 49-Jährige kündigte für den späten Freitag noch eine ausführlichere Erklärung an.

Plenk hatte die AfD-Fraktion seit Herbst zusammen mit der Co-Vorsitzenden Katrin Ebner-Steiner (40) geführt - die ihren Posten behält. Im Gegensatz zu Ebner-Steiner, die dem rechtsnationalen "Flügel" der AfD zugerechnet wird, gilt Plenk als gemäßigt.

Mit Plenks Austritt verschärfen sich die Turbulenzen, in denen die AfD-Fraktion steckt, noch einmal weiter. Plenk ist schon der zweite Abgeordnete seit gut einer Woche, der die Fraktion verlässt, nach dem Mittelfranken Raimund Swoboda (69).

Heftiger Richtungsstreit innerhalb der AfD

Dieser hatte der AfD einen Rechtsruck vorgeworfen und kritisiert, einzelne Abgeordnete träten "mit steter Provokation als rechtsradikale Gesinnungshasardeure" auf. Einem weiteren Abgeordneten, dem Oberbayern Franz Bergmüller (54), der sich mit Swoboda solidarisierte, drohten mehrere Abgeordnete mit dem Rauswurf aus der Fraktion - und zogen den Antrag erst kurzfristig wieder zurück, möglicherweise wegen mangelnder Erfolgsaussichten.

Der inzwischen zweite Austritt ist Anzeichen eines heftigen internen Richtungsstreits. Ebner-Steiner gilt als Vertraute des Thüringer AfD-Rechtsaußens Björn Höcke (47). Sie und andere AfD-Abgeordnete werden dem rechtsnationalen "Flügel" zugerechnet. Auf der anderen Seite stehen gemäßigte Abgeordnete wie - bisher - Plenk.

Markus Plenk hatte die Fraktion zusammen mit der Co-Vorsitzenden Katrin Ebner-Steiner geführt.
Markus Plenk hatte die Fraktion zusammen mit der Co-Vorsitzenden Katrin Ebner-Steiner geführt.  © DPA

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