Auto-Gadgets für den Winter im Test: Hot oder Schrott?

München - Vereiste Scheiben, kalte Sitze, feuchter Innenraum: Die kalte Jahreszeit kann für Autofahrer sehr lästig sein. Der ein oder andere greift deswegen zu Auto-Gadgets, die schnelle Abhilfe versprechen. Doch halten die Helferlein, was sie versprechen? Der ADAC hat einige Winter-Hilfsmittel untersucht.

Der elektrische Eiskratzer fällt im Test durch.
Der elektrische Eiskratzer fällt im Test durch.  © obs/ADAC/Arnulf Thiemel

Trocknungssäckchen

Trocknungssäckchen werden meist paarweise angeboten und nehmen laut Hersteller bis zu 500 Gramm Feuchtigkeit pro Sack auf. Das ist prinzipiell in Ordnung, doch das Hilfsmittel birgt auch eine Gefahr: Die je ein Kilogramm schweren Säckchen können zum Geschoss werden, wenn sie nicht ordentlich (z.B. im hinteren Fußraum) verstaut sind.

Heizlüfter

Dem Heizlüfter fehlt die Power. Mit nur 150 Watt Leistung (zum Vergleich: Standheizung liefert 4000 bis 5000 Watt) wird die Windschutzscheibe nur punktuell frei. Außerdem kann das Armaturenbrett schnell beschädigt werden, wenn man den Heizlüfter an der falschen Stelle anbringt.

Elektrischer Eiskratzer

Dieses Gadget ist nicht zu empfehlen. Hier wird ein kurzes Metallstück, das keinen Kontakt zur Kratzer-Kante hat, beheizt. Es ist daher fast nicht möglich, auch nur dünnes Eis anzuschmelzen und dann wegzukratzen. Außerdem drohen Spannungsrisse in der Scheibe.

Heizlüfter, elektrischer Eiskratzer & Co.: Winter-Auto-Gadgets im ADAC-Test

Der Heizlüfter konnte im Test nicht überzeugen.
Der Heizlüfter konnte im Test nicht überzeugen.  © obs/ADAC/Arnulf Thiemel

Wassererhitzer

Dieses Hilfsmittel fällt ebenfalls im Test durch. Der kleine Thermobehälter, der per Bordspannung beheizt wird, kann nicht ordentlich in der Mittelkonsole fixiert werden. Deswegen besteht die Gefahr des Verbrühens, wenn man stark bremst oder beschleunigt. Außerdem lenkt die Tee- bzw. Kaffeebereitung während der Fahrt ab.

Frontscheiben-Abdeckung

Dieses Gadget ist nur dann wirkungsvoll, wenn es von schwerer Qualität und gut verarbeitet ist. Leichte Papp- oder Kunststoff-Abdeckungen sind nicht zu empfehlen, sie blähen leicht auf oder wehen weg.

Vieles von dem, was auf den ersten Blick hilfreich wirkt, erweist sich beim näheren Hinschauen als wirkungslos oder zumindest wenig praktikabel. Der ADAC rät, sich gegebenenfalls vom Fachhändler beraten zu lassen bzw. das Hilfsmittel vor Ort auszuprobieren.

Vieles ist auch überflüssig, wenn das Auto auf herkömmlichem Weg winterfest gemacht wird: Scheibenfrostschutz checken, Türdichtungen mit Gummi-Pflegemitteln und Türschlösser mit Universalspray behandeln, stabilen Eiskratzer und Schneebesen einpacken.

Titelfoto: obs/ADAC/Arnulf Thiemel

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