Flugausfälle, Bahn-Sperrungen, glatte Straßen: Schnee hat Bayern fest im Griff

München - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiter vor kräftigem Schneefall in Bayern. Verbreitet kann es zudem aufgrund der Temperaturen und der Schneedecke sehr glatt werden. Wer nicht raus muss, sollte Zuhause bleiben.

Autofahrer müssen in Bayern am Wochenende sehr vorsichtig fahren. (Symbolbild)
Autofahrer müssen in Bayern am Wochenende sehr vorsichtig fahren. (Symbolbild)  © DPA, wetteronline.de (Bildmontage)

"Vermeiden Sie alle Autofahrten! Fahren Sie nur mit Winterausrüstung", warnte der DWD am frühen Samstagmorgen. Die Bedingungen im Freistaat könnten für Autofahrer kaum schlechter sein, auch der Bahnverkehr ist bereits beeinträchtigt.

Ein Sprecher des Lagezentrums in München betonte allerdings auch, dass es keinen Grund zur Sorge gebe. "Es ist Winter. Es schneit. Etwas Dramatisches ist bisher nicht passiert", hieß es.

Dennoch ist die Schneemenge auch in tieferen Lagen durchaus beachtlich.

So hat die App KATWARN, eine Service-Applikation zur Übermittlung von Gefahren- und Katastrophenwarnungen innerhalb Deutschlands, zum Start in das Wochenende eine Warnung vor "extremem Wetter" in Oberbayern ausgegeben.

In München kann es Schneeverwehungen geben, zudem wird es teils sehr glatt. Laut Wetterdienst kann es bis Montag in tieferen Lagen des Freistaates zu bis zu 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee kommen.

Warnung in den Bergen

Die Bergwacht und der Deutsche Alpenverein warnten in diesem Zusammenhang bereits am Freitag vor Ski- oder Wandertouren in unsicheren Gebieten. Die Einsatzkräfte der Bergwacht sind nach eigenen Angaben in Alarmbereitschaft, rechnen jedoch aktuell nicht mit mehr Rettungseinsätzen.

"Wenn die Lawinengefahr bei vier oder fünf auf der Skala liegt, sind wesentlich weniger Leute unterwegs", sagte David Pichler von der Bergwacht Chiemgau.

Urlauber müssen sich wohl auf den von Süden kommenden Autobahnen A8, A93, A95 und A96 sowie auf der A99 um München am Samstag sowie Sonntag aufgrund der Witterungsbedingungen auf längere Staus einstellen.

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Update 16.55 Uhr

Auch im benachbarten Österreich führte der starke Schneefall am Samstag zu Straßensperren und Flugausfällen.

Westlich von Wien war zeitweise eine wichtige Autobahnverbindung blockiert, nachdem zahlreiche Lastwagen auf der Strecke liegengeblieben waren. In Bergregionen mussten einige Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt werden.

Im Sölktal in der Steiermark saßen 600 Bewohner und Touristen fest. Das schlechte Wetter fiel ausgerechnet auf das Rückreise-Wochenende, an dem viele deutsche Urlauber aus Tiroler und Salzburger Skigebieten heimkehrten.

Update 13.50 Uhr

Der Schneefall zwingt die Airlines am Flughafen zu immer mehr Annullierungen.

Inzwischen stehe fest, dass am Samstag mindestens 120 Flüge ausfallen, sagte eine Sprecherin in München. Noch am Vormittag wurde mit 90 Annullierungen gerechnet. Die Sprecherin schloss nicht aus, dass die Zahl noch weiter steigt.

Zudem gibt es Verspätungen. Mindestens 70 Flüge heben erst mit einer Verzögerung von einer Stunde oder mehr ab.

Update 12.15 Uhr

Am Münchner Airport sind wegen des starken Schneefalls am Samstag bislang insgesamt 90 Flüge ausgefallen - und damit rund zehn Prozent aller Flugreisen.

"Zudem sind etliche Flüge verspätet", sagte eine Sprecherin. Regulär waren für den Samstag etwa 850 Starts und Landungen vorgesehen. Schnee und Eis bringen den Flugplan jedoch durcheinander.

"Wir brauchen rund 25 Minuten um eine Bahn zu räumen, während dieser Zeit ist die Bahn gesperrt", erklärte die Sprecherin weiter. Das Enteisen der Maschinen koste Zeit. Zudem reduziert die Flugsicherung bei schlechter Sicht die Zahl der Flüge.

Weil sich die Verspätungen häuften, hätten sich einige Airlines für die Stornierung einzelner Verbindungen entschieden. In der Region rund um den Flughafen waren seit Samstagmorgen etliche Zentimeter Neuschnee gefallen.

Update 11.55 Uhr

Wegen starken Schneefalls ist inzwischen der Betrieb auf der niederbayerischen Waldbahn vorläufig gestoppt worden.

"Etliche Bäume sind unter der Schneelast zusammengebrochen und blockieren die Schienen", teilte ein Sprecher mit. Schneeräumen sei derzeit unmöglich, da das Befahren lebensgefährlich sei.

Alle Reisenden wurden bis in die nächsten Bahnhöfe gebracht. Schienenersatzverkehr auf den Strecken rund um Zwiesel gibt es den Angaben zufolge nicht. Wegen schneeglatter Straßen könnten keine Busse in der Region eingesetzt werden.

Das Unternehmen rät Reisenden in der Folge, auf Fahrten wenn möglich zu verzichten. Ein regulärer Betrieb sei frühestens ab Sonntag wieder möglich.

Update 10.40 Uhr

Nach vereinzelten Störungen am Morgen ist die Lage im Hinblick auf den S-Bahn-Verkehr in München aktuell entspannt.

Am Vormittag fuhren die Züge nahezu auf allen Linien wieder regulär, wenngleich es noch kleinere Verzögerungen geben kann.

"Insgesamt läuft der Verkehr stabil", sagte ein Sprecher der Bahn sehr zur Freude der unzähligen Menschen, die auf die S-Bahn angewiesen sind.

Update 9.30 Uhr

Das Winterwetter hat in Bayern mehrfach Autofahrer ins Rutschen gebracht.

"Wir haben bisher rund 25 Unfälle wegen glatter Straßen", erklärte eine zuständige Sprecherin der Polizei Oberbayern Süd am Samstagmorgen. Überwiegend blieb es glücklicherweise bei Blechschäden. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

In Oberfranken rutschten auf der schneeglatten A9 bei Bischofsgrün mehrere Lastwagen in die Leitplanke. Zeitweise ging es dort auf verschneiten Straßen nur im Schritttempo voran.

Schwere Unfälle verzeichneten die Beamten zunächst nicht. In Niederbayern meldete die Polizei zunächst acht witterungsbedingte Unfälle, bei denen Schaden entstand.

Update 8.50 Uhr

Der starke Schneefall in den Morgenstunden hat auch am Münchner Flughafen zu Verspätungen geführt. "Einzelne Airlines sind beeinträchtigt", sagte eine Sprecherin am Samstag.

Fluggäste sollen sich im Internet über verspätete Starts und Landungen informieren. Einzelne Flüge könnten darüber hinaus ausfallen. Bis zum Morgen waren in der Region um den Airport der Landeshauptstadt bei böigem Wind mehr als zehn Zentimeter Neuschnee gefallen.

Update 8.45 Uhr

Auch der S-Bahnverkehr in der Landeshauptstadt ist teilweise vom starken Schneefall betroffen.

"Aufgrund von witterungsbedingten Störungen kommt es derzeit auf der Linie S7 zwischen Mittersendling und Baierbrunn zu Beeinträchtigungen. Bitte rechnen Sie mit Verzögerungen von bis zu 15 Minuten", teilte die Bahn mit. Es könne "kurzfristig zu Teilausfällen kommen".

Betroffen sind neben der S7 auch andere Linien. Einen Überblick über aktuelle Störungen und Ausfälle gibt es hier.

In Oberbayern und dem Freistaat kommt es laut des Deutschen Wetterdienstes zu Schneefall.
In Oberbayern und dem Freistaat kommt es laut des Deutschen Wetterdienstes zu Schneefall.  © Screenshot/Google Maps

Titelfoto: DPA, wetteronline.de (Bildmontage)

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