Handy gezückt oder zu schnell? Viele gehen gegen Bußgelder vor

München - Zu schnell gefahren, eine rote Ampel übersehen oder bei der Autofahrt das Handy in der Hand? Immer mehr Menschen wollen ihre Strafe im Nachhinein nicht akzeptieren - und ziehen in Bayern gegen Bußgelder vor Gericht.

In Bayern wurden einmal mehr zahlreiche Autofahrer kontrolliert. (Symbolbild)
In Bayern wurden einmal mehr zahlreiche Autofahrer kontrolliert. (Symbolbild)  © DPA

Amtsgerichte berichten entsprechend von mehr Verfahren zu Einsprüchen gegen verkehrsbezogene Ordnungswidrigkeiten.

Wie das Nürnberger Amtsgericht mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 1537 Verfahren nach Einsprüchen gegen Verkehrs-Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Das sind 230 mehr als 2017, als es noch 1307 waren. In Augsburg stieg die Zahl einer Sprecherin zufolge um 220 von 1635 im Jahr 2017 auf 1855 im Folgejahr deutlich an.

Beide Gerichte können den Anstieg eigenen Angaben zufolge allerdings noch gut bewältigen. Ein Sprecher des Amtsgerichts Nürnberg sagte, der Umfang sei in der Regel überschaubar. Es sei normal, dass sich die Zahlen veränderten: "Mal steigt's, mal fällt's." Dies hänge damit zusammen, wie häufig und intensiv die Polizei kontrolliere. "Je mehr sie kontrollieren, desto mehr erwischen sie."

Am Münchner Amtsgericht ging die Zahl der Verfahren in diesem Bereich hingegen zurück: Gingen 2017 noch 7751 neue Einsprüche ein, waren es im Folgejahr 6980.

Anzahl an Verfahren gestiegen

Bayernweit wurden dem Justizministerium zufolge im vergangenen Jahr 49.486 Verfahren abgeschlossen, die nach Einsprüchen gegen Verkehr-Bußgelder eingeleitet wurden. Im Vorjahr waren es noch 47.670 erledigte Verfahren.

Diese Zahlen spiegelten jedoch nicht wider, wie häufig Personen gegen ihre Bußgeldbescheide Einspruch erheben, sondern allein, wie viele Verfahren beendet wurden. Die Zahl der neu eröffneten Verfahren werde bayernweit nicht erfasst, sagte eine Sprecherin.

Handy in der Hand? Viele Menschen greifen im Auto zum Smartphone - trotz der Gefahren. (Symbolbild)
Handy in der Hand? Viele Menschen greifen im Auto zum Smartphone - trotz der Gefahren. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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