Adonis-Komplex? Muskelsüchtige Männer erhalten von Caritas Hilfe

München - Kann Sport krankhaft werden? Der katholische Wohlfahrtsverband Caritas hat in Oberbayern eine Spezialberatung für muskel- und sportsüchtige Männer eingerichtet.

Der katholische Wohlfahrtsverband Caritas bietet Männern Hilfe an. (Symbolbild)
Der katholische Wohlfahrtsverband Caritas bietet Männern Hilfe an. (Symbolbild)  © DPA

Anlass ist der Sport- und Fitnesstrend, der laut Caritas in extremen Fällen krankhafte Formen annehmen kann und unter Medizinern als Adonis-Komplex bekannt ist.

Erste Suchtanzeichen könnten sein, dass die betreffenden Männer für das Training Geburtstage, Familientreffen, Kinobesuche und Einladungen ausfallen lassen, wie Caritas-Therapeut Christian Strobel erklärte.

"Diese Form ist fast schon eine Art männliches Gegenstück zur Magersucht", sagte Strobel. "Die Betroffenen kommen in große Anspannung, wenn das Training ausbleibt." Auch der Missbrauch von Präparaten zum Muskelaufbau könne ein deutliches Anzeichen für Muskelsucht sein.

Bislang stünden bei Essstörungen vor allem Frauen im Mittelpunkt von Aufklärung, Psychotherapie und dazugehöriger Beratung. Das will die Caritas in Zukunft ändern.

Essstörungen und verwandte Störungen wie Sport- und Muskelsucht träten häufig auch bei sporttreibenden Jugendlichen und Männern auf, mit steigender Tendenz. Anlass der Mitteilung ist der bevorstehende Internationale Männertag am Montag (19. November).

Für muskel- und sportsüchtige Männer gibt es in Oberbayern eine Anlaufstelle. (Symbolbild)
Für muskel- und sportsüchtige Männer gibt es in Oberbayern eine Anlaufstelle. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA


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