Instagram-Account sorgt für Ärger: Cathy Hummels vor Münchner Gericht

München - Vor dem Münchner Landgericht wird am Montag (10 Uhr) unter Beteiligung von Instagram-Berühmtheit Cathy Hummels (31) ein für die PR-Branche bedeutender Rechtsstreit ausgefochten: Was dürfen Influencer?

Cathy Hummels war sich auch vor dem Gericht in München keiner Schuld bewusst.
Cathy Hummels war sich auch vor dem Gericht in München keiner Schuld bewusst.  © DPA

Die Richter haben das persönliche Erscheinen der Frau von Fußball-Profi Mats Hummels (30) vom FC Bayern München angeordnet. Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb, ein in Kreisen für zahlreichen Abmahnungen bekannter Berliner Verein.

Der Vorwurf: Cathy Hummels mache auf dem Foto-Portal Instagram verbotene Werbung.

Der Anlass der Klage? Hummels hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen. Diese Beiträge kennzeichnet die frühere Moderatorin dementsprechend als "bezahlte Partnerschaft". Der Verein hat die 31 Jahre alte Influencerin wegen 15 Postings verklagt, bei denen dieser Hinweis fehlte.

Im Juli hatte Hummels in einem dieser Fälle eine Abmahnung akzeptiert, in den übrigen Fällen aber will sie die Sache bis zum Ende ausfechten, weil diese Beiträge nach Angaben ihrer Anwälte auch nicht mit Gegenleistungen verbunden waren.

Der Verein hat neben Cathy Hummels noch mehrere weitere Influencer verklagt.

Prozess erregt großes Interesse

Das Verfahren stößt keineswegs nur bei Hummels' Followern auf Interesse. Denn der Prozess berührt die Frage, ob Prominente Produkte oder Dienstleistungen aus freien Stücken empfehlen dürfen, ohne dabei eine entsprechende Klage zu riskieren.

Das Anheuern bezahlter Influencer ist in vielen Branchen üblich, sogar Industriefirmen wie Siemens haben Influencer-Verträge mit Experten.

Update 12.30 Uhr: Urteil im April

Cathy Hummels muss noch zweieinhalb Monate warten. Das Münchner Landgericht will seine Entscheidung über die Klage des Verbands Sozialer Wettbewerb gegen Influencerin am 29. April bekannt geben. Das kündigte die Vorsitzende Richterin Monika Rhein nach der mündlichen Verhandlung an.

"Ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagte Hummels nach der Verhandlung. Ihr Argument: Sie habe für diese Beiträge keine Gegenleistungen der Hersteller erhalten, weswegen es sich aus ihrer Sicht auch nicht um entsprechende Werbung handelt.

Die Vorsitzende Richterin ließ durchblicken, dass auch sie Zweifel an der Argumentation der Kläger hat. In traditionellen Medien seien Hinweise auf Produkte erlaubt. Den Followern sei zudem klar, dass es sich bei Hummels' Instagram-Account um keine private, sondern eine kommerzielle Aktivität handle. "Dass Frau Hummels - bei aller Liebe - nicht mit 465.000 Menschen auf der Welt befreundet sein kann, ist ziemlich klar", erklärte Richterin Rhein.

Instagram-Influencerin Cathy Hummels musste am Montag in München vor Gericht erscheinen.
Instagram-Influencerin Cathy Hummels musste am Montag in München vor Gericht erscheinen.  © DPA
Cathy Hummels ist seit 2015 mit Mats Hummels vom FC Bayern München verheiratet. (Archivbild)
Cathy Hummels ist seit 2015 mit Mats Hummels vom FC Bayern München verheiratet. (Archivbild)  © DPA
Cathy Hummels muss aufgrund ihrer Rolle als Influencerin vor Gericht erscheinen. (Archivbild)
Cathy Hummels muss aufgrund ihrer Rolle als Influencerin vor Gericht erscheinen. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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