Was steckt hinter den schwarzen Säcken auf dem Münchner Christkindlmarkt?

München - Statt Betonpollern sollen in München prall gefüllte Wassertanks Besucher von Weihnachtsmärkten schützen.

Große Wassersäcke stehen als Sicherheitsabsperrungen in einem Zufahrtsbereich zum Münchner Christkindlmarkt (Symbolbild).
Große Wassersäcke stehen als Sicherheitsabsperrungen in einem Zufahrtsbereich zum Münchner Christkindlmarkt (Symbolbild).  © Jennifer Weese/dpa

20 dieser sackartigen Container bewachen unter anderem den größten Christkindlmarkt rund um den Marienplatz, wie eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats sagte.

Die prall mit Wasser gefüllten Behälter, sogenannte Indutainer, sollen in der Lage sein, ein angreifendes Fahrzeug oder eines, über das der Fahrer die Kontrolle verloren hat, zuverlässig zu stoppen.

Es sei nahezu ausgeschlossen, dass Passanten durch umherfliegende Teile verletzt werden, sagte die Sprecherin.

Darüber hinaus seien die faltbaren Behälter wesentlich leichter auf- und abzubauen, da kein schweres Gerät benutzt werden müsse. "Sie benötigen auch so gut wie keine Lagerkapazitäten."

Dennoch hätten die bisher eingesetzten Betonelemente noch nicht ausgedient, da mit den beschafften Elementen nicht alle Absicherungen umgesetzt werden könnten.

In anderen bayerischen Großstädten haben sich die neuen Sperren allerdings noch nicht durchgesetzt.

Wasser statt Beton: So schützen sich Weihnachtsmärkte gegen Anschläge

Damit man den Glühwein in Sicherheit genießen kann, ergreifen bayerische Städte verschiedenen Maßnahmen. (Symbolbild).
Damit man den Glühwein in Sicherheit genießen kann, ergreifen bayerische Städte verschiedenen Maßnahmen. (Symbolbild).  © Jennifer Weese/dpa

Auf dem stark von Touristen aus aller Welt frequentierten Nürnberger Christkindlmarkt wird die Sicherheit der erwarteten zwei Millionen Besucher vor allem durch mobile Metallsperren und bepflanzte Beton-Tröge gewährleistet. Die Hindernisse sollen auch Lastwagen abhalten können.

Außerdem werde die Polizei Fahrzeuge an neuralgischen Punkten postieren, sagte eine Sprecherin.

Betonpoller sollen auch die Weihnachtsmärkte in der Regensburger Innenstadt schützen, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Darüber hinaus patrouillieren verstärkt Streifen, unterstützt vom Kommunalen Ordnungsservice. Außerdem seien die Standbetreiber mit Notfallhandys ausgestattet, hieß es weiter.

Auch Augsburg setzt auf Betonpoller - "weihnachtlich geschmückt", wie der Ordnungsreferent der Stadt, Dirk Wurm (SPD), sagte. Daneben werden Lieferwagen aufgestellt, die im Einsatzfall schnell wegbewegt werden könnten.

In Nürnberg gehören auch Taschenkontrollen und ein SMS-Warnsystem für die Standbetreiber zum Sicherheitskonzept. Auf diese Weise könnten etwaige Gefahren - auch durch Wettereinflüsse - schnell kommuniziert werden. Grundsätzlich gebe es eine abstrakte Gefahr islamistischer Terrorakte in Deutschland.

Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Nürnberger Marktes lägen dem Bundeskriminalamt jedoch nicht vor, betonte eine Polizeisprecherin. Die Polizei werde versuchen, durch erhöhte Präsenz der Einsatzkräfte das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher zu erhöhen.

Titelfoto: Jennifer Weese/dpa

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