Keine weiteren Ankerzentren für Flüchtlinge in Deutschland!

München/Berlin - In Deutschland sollen vorerst keine weiteren Ankerzentren für Flüchtlinge entstehen. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur plant derzeit kein Bundesland ein weiteres solches Zentrum.

Horst Seehofer (r.) ist von der Wirksamkeit der Ankerzentren überzeugt. (Archivbild)
Horst Seehofer (r.) ist von der Wirksamkeit der Ankerzentren überzeugt. (Archivbild)  © DPA

Die Einrichtung ist grundsätzlich im schwarz-roten Koalitionsvertrag vereinbart. Die ersten sieben Zentren waren in Bayern im August an den Start gegangen, nur Sachsen und das Saarland folgten bisher mit Zentren in Dresden und Lebach der Idee.

Das Wort Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Alle wichtigen Behörden sollen dort vertreten sein. Kurze Wege sollen die Asylverfahren beschleunigen.

Die meisten Länder verweisen darauf, dass sie bereits Einrichtungen mit vergleichbaren Strukturen haben - allerdings ohne das entsprechende Label "Ankerzentrum".

Innenminister Horst Seehofer (69, CSU) selbst, der die Zentren in seinem "Masterplan Migration" entworfen hatte, nahm bei der Innenministerkonferenz Ende November den Druck heraus. Man könne endlos übers Türschild streiten, sagte Seehofer - oder sagen: "Wir haben einen totalen Konsens in der Funktion dieser Einrichtungen."

Ankerzentren ein Erfolg?

Sein Haus sieht die bisher eingerichteten Ankerzentren gleichwohl als Erfolg. "Die ersten Erfahrungen vor Ort zeigen, dass sich die Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden unter einem Dach bewährt und mit großem Engagement umgesetzt wird", teilte Seehofers Ministerium mit.

Auch das ebenfalls CSU-geführte bayerische Innenministerium zog eine "positive erste Zwischenbilanz" für die bestehenden sieben bayerischen Zentren mit rund 8600 Bewohnern.

In Bayern gibt es derzeit sieben Ankerzentren mit insgesamt rund 8600 Bewohnern. (Archivbild)
In Bayern gibt es derzeit sieben Ankerzentren mit insgesamt rund 8600 Bewohnern. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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