Ein Vorbild der Zivilcourage: München gedenkt Dominik Brunner

München - Zehn Jahre nach dem Tod von Dominik Brunner haben Politiker und Weggefährten das couragierte Handeln des Geschäftsmanns gewürdigt, der beim Schlichten eines Streits unter Jugendlichen ums Leben kam.

Ein Schild mit der Aufschrift "Dominik Brunner, gestorben am 12. September 2009" ist am Rande der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestages von Dominik Brunner am Bahnsteig in Solln zu sehen.
Ein Schild mit der Aufschrift "Dominik Brunner, gestorben am 12. September 2009" ist am Rande der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestages von Dominik Brunner am Bahnsteig in Solln zu sehen.  © Matthias Balk/dpa

"Der 12. September 2009 hat München verändert", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Donnerstag am Tatort am S-Bahnhof Solln in München.

"Selten hat eine Tat unsere Stadt so bewegt - das gilt in doppelter Hinsicht für die Tat, der er zum Opfer fiel, und sein mutiges Handeln zuvor." Der Mord an Brunner habe tiefe Betroffenheit, aber auch einen gesellschaftlichen Konsens ausgelöst, nicht mehr wegzuschauen und der Gewalt ein starkes Zeichen des solidarischen Zusammenhalts entgegenzusetzen.

Zwei 17- und 18-Jährige hatten am 12. September 2009 am Münchner S-Bahnhof Donnersbergerbrücke eine Gruppe jüngerer Schüler bedrängt und von ihnen Geld verlangt. Brunner bekam das mit und rief aus der S-Bahn die Polizei an.

In Solln stieg er mit den 13- bis 15-jährigen Schülern aus und stellte sich vor sie. Es kam zur Schlägerei, in deren Verlauf die Jugendlichen auch weiter auf ihn einschlugen, als er schon am Boden lag. Brunner verlor das Bewusstsein und starb später im Krankenhaus an einem Herzstillstand infolge eines vergrößerten Herzmuskels. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen, Brunners Tat machte Zivilcourage zum gesellschaftlichen Thema.

An dem Gedenken in Solln nahmen auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Klaus-Dieter Josel, und Uli Hoeneß als Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung teil.

Uli Hoeneß, Vereinspräsident vom FC Bayern und Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung, spricht auf der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestages von Dominik Brunner.
Uli Hoeneß, Vereinspräsident vom FC Bayern und Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung, spricht auf der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestages von Dominik Brunner.  © Matthias Balk/dpa
Gedenktag: Brunner hatte am 12.09.2009 Jugendliche vor einem Angriff beschützen wollen und war am S-Bahnhof Solln zu Tode geprügelt worden.
Gedenktag: Brunner hatte am 12.09.2009 Jugendliche vor einem Angriff beschützen wollen und war am S-Bahnhof Solln zu Tode geprügelt worden.  © Matthias Balk/dpa

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