Händlerring verkauft als "Kräutermischungen" getarnte gefährliche Drogen

München - Die bayerische Polizei hat einen international tätigen Drogenhändlerring aufgelöst.

Diverse Zusatzstoffe und Verpackungen sind im bayerischen Kriminalamt zu einer Präsentation aufgebaut. Das Ermittlungsverfahren war deutschlandweit das bisher größte gegen Neue psychoaktive Stoffe (NpS).
Diverse Zusatzstoffe und Verpackungen sind im bayerischen Kriminalamt zu einer Präsentation aufgebaut. Das Ermittlungsverfahren war deutschlandweit das bisher größte gegen Neue psychoaktive Stoffe (NpS).  © DPA

Die Organisation um einen 32-jährigen Münchner Drogenproduzenten hatte über mindestens 30 Internetshops sogenannte "Kräutermischungen" an mehr als 20.000 Käufer in Deutschland und im Ausland verschickt, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag mitteilte.

Das Ermittlungsverfahren war Herrmann zufolge deutschlandweit das bisher größte gegen sogenannte "Neue psychoaktive Stoffe" (NpS). Bei diesen Stoffen handelt es sich um chemisch hergestellte Cannabis-Alternativen, die mit Trägermitteln wie Nutzhanf oder Damianakraut gemischt werden. Das Mischungsverhältnis dieser Drogen schwankt stark und kann dadurch auch tödlich wirken.

Der 32-jährige Haupttäter wurde bereits im März 2018 festgenommen und sitzt mit fünf weiteren Tätern in Untersuchungshaft. Aus ermittlungstaktischen Gründen veröffentlichten die Behörden den Erfolg erst jetzt.

40 Menschen sind allein in Bayern im Jahr 2016 an den Folgen von NpS gestorben. 2017 waren es 37 - Warum sind die "Neuen psychoaktive Stoffe" (NpS) so gefährlich?

Neue psychoaktive Stoffe: Was steckt dahinter?

Ein bewaffneter Polizeibeamter steht im bayerischen Kriminalamt neben der Präsentation einer Drogenproduktionsstrecke und einiger Luxusprodukte aus der Wohnung eines Drogenproduzenten in München.
Ein bewaffneter Polizeibeamter steht im bayerischen Kriminalamt neben der Präsentation einer Drogenproduktionsstrecke und einiger Luxusprodukte aus der Wohnung eines Drogenproduzenten in München.  © DPA

In den letzten Jahren haben die NpS den Rauschgiftmarkt überflutet.

Darunter werden neue chemisch hergestellte, berauschende Wirkstoffe verstanden. Es gibt keine einheitlichen Gesetze, was diese Substanzen angeht.

Der Wirkstoff kann in Spanien erlaubt sein und in Deutschland verboten. Oder anderes herum, erklärt die bayerische Polizei in einer Mitteilung.

Nach außen scheinen die Drogen harmlos und legal zu sein: Sie werden in bunten Verpackungen im Internet über die Staatsgrenzen hinweg verkauft.

Das Problem: Kein Konsument kennt die Inhaltsstoffe und die Dosierungen. Auch die Wirkung der Drogen ist nicht bekannt. Die künstlich hergestellten Drogen wirken stärker als pflanzliches Cannabis.

Nebenwirkungen sind Herz-Kreislauf-Probleme, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit, Psychosen und Panikattacken. Todesfälle sind bei hoher Dosierung keine Seltenheit.

Titelfoto: DPA

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