FKK nicht mehr im Trend? Kultur droht, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken

München - Die Temperaturen in Deutschland steigen - die Klamotten fallen? Das stimmt nur bedingt. Nach Expertenmeinung droht FKK in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Experten zufolge droht FKK in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. (Symbolbild)
Experten zufolge droht FKK in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. (Symbolbild)  © Carsten Rehder/dpa

"FKK ist überhaupt kein Trend mehr. Die Geschichte der Freikörperkultur ist in eine neue Etappe eingetreten", sagt der Leipziger Sexualforscher Kurt Starke. Die Kennzeichen dieser Etappe: "Unwesentlichkeit" und ein neues "Nacktheitstabu".

"FKK ist irgendwie altmodisch und zugleich deliberalisiert. Eine der größten und beliebtesten FKK-Paradiese im Osten war Prerow/Darß", sagt Starke und führt in der Folge weiter aus. "Heute ist FKK dort reduziert auf einen kurzen Abschnitt und kombiniert mit dem Hundestrand."

Sogar der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK), der in diesem Jahr 70 wird und nach Verbandsangaben noch immer mehr als 30.000 Naturisten vertritt, stellt in diesem Kontext fest: "Naturismus hat aber sicherlich nicht mehr den gleichen Stellenwert wie vor einigen Jahrzehnten, was mit der gesellschaftlichen Entwicklung als Solche zusammenhängen könnte."

Doch der neue DFK-Vorsitzende Wilfried Blaschke hat Hoffnung: Zwar werde die FKK-Bewegung auf dem Land "alt und immer älter". Aber: "Wir haben ein Gefälle zwischen Stadt und Land - und in der Stadt ist es deutlich wieder am steigen. Die Stadt ist liberaler geworden, das Land ist da, wo es immer war", sagt Blaschke. "Die Leuten, die sich dazu wieder hingezogen fühlen, sind junge Familien."

Welche Bedeutung hat Freikörperkultur heutzutage noch in Deutschland? (Symbolbild)
Welche Bedeutung hat Freikörperkultur heutzutage noch in Deutschland? (Symbolbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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