Fridays for Future: Schüler bekommen Klimakonferenz mit Minister

München - Als Reaktion auf die umstrittenen Schülerproteste für mehr Klimaschutz lädt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber zu zwei Jugend-Klimakonferenzen ein.

Die Demonstrationen unter dem Motto "Fridays for future" richtet sich gegen die aktuelle Klimapolitik und finden bundesweit in mehreren Städten statt.
Die Demonstrationen unter dem Motto "Fridays for future" richtet sich gegen die aktuelle Klimapolitik und finden bundesweit in mehreren Städten statt.  © DPA

"Klimaschutz ist eine Generationenaufgabe. Das ausdauernde und sichtbare Engagement der jungen Menschen auf Bayerns Straßen spricht eine deutliche Sprache: Das Thema brennt ihnen auf den Nägeln", sagte der Freie-Wähler-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Ziel sei es, mit den Jugendlichen direkt ins Gespräch zu kommen. "Deshalb will ich möglichst viele Schüler zum Gespräch einladen, ihnen zuhören und mit ihnen über ihre Ideen, Wünsche und Ziele diskutieren", sagte Glauber. Der Klimawandel sei Fakt und werde sich voraussichtlich deutlich beschleunigen.

"Bis Ende des Jahrhunderts ist ein Temperaturanstieg in Bayern um bis zu 3,6 Grad Celsius möglich. Deshalb dürfen wir keine Zeit verlieren: Wir müssen die Weichen für eine klimasichere Zukunft stellen. Der Dialog mit der Jugend ist dafür ein wichtiges Fundament."

Die Jugend-Klimakonferenzen sollen an zwei Freitagnachmittagen nach den Faschingsferien in München und in Erlangen stattfinden. Im Rahmen der Konferenzen sollen auch Workshops zu Fragen rund um den Klimaschutz angeboten werden.

3,6 Grad wärmer: Bayern geht gegen den Klimawandel vor

Thorsten Glauber (Freie Wähler), Umweltminister in Bayern, will sich mit den Schülern zusammen setzten.
Thorsten Glauber (Freie Wähler), Umweltminister in Bayern, will sich mit den Schülern zusammen setzten.  © DPA

Die Protestbewegung "Fridays for Future" kommt aus Schweden. Initiatorin Greta Thunberg demonstriert seit August jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. In den vergangenen Wochen waren auch Tausende Schüler in Bayern für den Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Dass die Schüler-Demonstrationen und der damit oft verbundene Unterrichtsausfall umstritten sind, dessen ist sich Glauber bewusst. "Die Demonstrationen zeigen, dass viele Schüler sich ernsthafte Gedanken über ihre Zukunft machen. Das anhaltende Engagement beeindruckt mich", betonte Glauber.

Doch es gelte auch freitags die Schulpflicht. "Viele Schulen haben hier vorbildliche Lösungen gefunden. Sie greifen das Thema Klimaschutz aktiv auf, holen den Unterrichtsausfall nach oder die Schüler demonstrieren außerhalb der Schulzeit."

Parallel zu den Konferenzen will das Umweltministerium in den kommenden Wochen zudem eine neue Internet-Plattform zum Thema Klimaschutz freischalten. "Wir wollen den Dialog verstetigen. Die jungen Leute sollen sich vernetzen können, Erfahrungen und Projekte teilen und ihr Wissen weitergeben können."

Auch vor dem Freistaat mach der Klimawandel nicht halt: Neun der zehn wärmsten Jahre Bayerns gab es laut Umweltministerium im Zeitraum ab 1990. Bis Ende des Jahrhunderts ist ein Temperaturanstieg in Bayern um bis zu 3,6 Grad Celsius möglich.

Mit einer Drei-Säulen-Strategie will Bayern dagegen angehen: Minderung von CO2-Emissionen, regionale Anpassung an die Folgen des Klimawandels und Klimaforschung auf internationalem Niveau. Bis 2050 sollen energiebedingte CO2-Emissionen auf unter zwei Tonnen pro Kopf und Jahr sinken.

Titelfoto: DPA


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