Im Aufzug aufgelauert und mit Messer zugestochen: Opfer stellt sich auf die Seite des Täters

München - Hat er im Aufzug mit einem Messer auf seine Ex-Freundin eingestochen und sie töten wollen? Vor dem Landgericht München I fällt am Freitag (10.30 Uhr) voraussichtlich das Urteil gegen den Angeklagten.

Der Angeklagte soll seiner Ex-Freundin in ihrem Haus aufgelauert und im Aufzug zugestochen haben. (Symbolbild)
Der Angeklagte soll seiner Ex-Freundin in ihrem Haus aufgelauert und im Aufzug zugestochen haben. (Symbolbild)  © Vera Volkova/ 123RF

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor. Seine Verteidigerin hatte in ihrem Plädoyer eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags gefordert.

Der Mann steht vor Gericht, weil er nach Ende der Beziehung seiner Ex-Freundin in deren Mehrfamilienhaus in der Landeshauptstadt aufgelauert und im Fahrstuhl mit Messerstichen verletzt haben soll.

Beim Prozessauftakt Mitte Juli sagte die Verteidigerin: "Er kann sich heute diese Tat in keinster Weise mehr erklären."

Seine frühere Partnerin hatte in ihrer Aussage erklärt, sie könne nicht glauben, dass er sie verletzten wollte. Vielmehr habe ihr Ex-Freund sie erschrecken wollen.

Update versuchter Mord im Aufzug: Mann muss elf Jahre ins Gefängnis

Am Freitag fiel das Urteil am Landgericht München fallen. (Archivbild)
Am Freitag fiel das Urteil am Landgericht München fallen. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

In einem engen Aufzug hatte er seine Ex-Freundin mit einem Messer töten wollen. Dafür hat das Landgericht München I am Freitag einen Mann wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt.

Nach drei Jahren und sechs Monaten im Gefängnis muss der Täter wegen seiner Alkoholsucht einen Entzug beginnen, wie die Richter erklärten. Die Anwältin des Angeklagten hatte in ihrem Plädoyer eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Somalier habe das Ende der Beziehung mit seiner langjährigen Freundin nicht wahrhaben wollen, sagte der Vorsitzende Richter. Mit fast 2,9 Promille hatte der Mann nach Überzeugung des Gerichts kurz vor Weihnachten 2018 seiner Ex-Partnerin in deren Mehrfamilienhaus in der Tiefgarage aufgelauert.

Die anschließende Fahrt mit dem Lift habe nur 18 Sekunden gedauert. Dabei habe er mit dem Messer auf die Frau eingestochen und sie verletzt. Der Richter sprach von Heimtücke, weil der Täter gewusst habe, dass sich sein Opfer in der engen Fahrstuhlkabine nicht wehren könne.

Zum Prozessauftakt Mitte Juli hatte die Frau erklärt, sie könne nicht glauben, dass er sie verletzten wollte. Der Angeklagte hatte sich bei ihr für die Tat entschuldigt.

Titelfoto: Vera Volkova/ 123RF

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