Unglaublich: So viele leben mit Aids oder Syphilis und wissen es nicht

München - Gerade junge Erwachsene sollen besser über sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids und Syphilis sowie über Schutzmöglichkeiten aufgeklärt werden.

Kondome schützen nicht nur vor HIV, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis. (Symbolbild)
Kondome schützen nicht nur vor HIV, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis. (Symbolbild)  © DPA

Gesundheitsministerin Melanie Huml startet dafür heuer eine Schwerpunktkampagne. "In Bayern leben mehr als 11.700 Menschen mit dem HI-Virus. Außerdem ist die Zahl der Syphilis-Fälle gestiegen", sagte die CSU-Politikerin nach Angaben vom Sonntag.

"Viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wissen nicht, dass sie ansteckend sind. Denn zwischen einer Infektion und einer Diagnose beim Arzt vergehen häufig Jahre."

Ab Juni sollen insbesondere Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren vor allem über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook erreicht werden. Experten beantworten dann beispielsweise direkt Fragen. Das funktioniere über die App "Tellonym" anonym. Das Ministerium stellt mehr als 200.000 Euro für die Kampagne zur Verfügung.

Einer Schätzung zufolge haben sich nach jüngsten Zahlen 2017 in Bayern rund 340 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert, wie das Ministerium mitteilte. Insgesamt lebten rund 9300 Männer und 2400 Frauen im Freistaat mit dem Virus - 1400 davon ohne Diagnose.

"Aids ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar", sagte Huml. Deshalb sei es wichtig, sich konsequent vor einer Infektion zu schützen. "In der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infektionsrate besonders hoch."

Auch eine Syphilis-Infektion könne schwere Organschäden verursachen und das Gehirn angreifen. 2017 wurden in Bayern 1028 Syphilis-Fälle gemeldet, 2013 waren es 678.

Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, bei ihrer Vereidigung: Sie will nun eine Schutzkampagne gegen sexuell übertragbare Krankheiten starten. (Archivbild)
Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, bei ihrer Vereidigung: Sie will nun eine Schutzkampagne gegen sexuell übertragbare Krankheiten starten. (Archivbild)  © DPA

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