Siemens-Chef bringt neue Idee zu Görlitzer Standort ins Spiel

Überraschend konnten sich Görlitzer Siemensianer mit Konzern-Chef Joe Kaeser (60, 2.v.r.) in München treffen.
Überraschend konnten sich Görlitzer Siemensianer mit Konzern-Chef Joe Kaeser (60, 2.v.r.) in München treffen.  © IG Metall

München/Görlitz - Neue Hoffnung für den von der Schließung bedrohten Siemens-Standort in Görlitz: Siemens-Chef Joe Kaeser (60) hat bei der Hauptversammlung eine neue Idee ins Spiel gebracht.

Zwar verteidigte Kaeser die geplanten massiven Einschnitte im Kraftwerksgeschäft. Doch am Rande des Aktionärstreffens erklärte er, man erwäge ein "Industriekonzept Oberlausitz".

Vorstellbar wäre, dass das Werk eigenständiger werde, dabei aber zunächst unter dem Dach von Siemens verbleibe. In einigen Jahren könnte der Standort dann in einem Industrie-Verbund aufgehen.

Nötig wäre dann wohl auch eine Umsteuerung bei den Produkten, etwa hin zu Speichertechnologien. Um solche Erwägungen umzusetzen, bedürfe es aber der Mitwirkung der Bundes- und Landesregierung, so Kaeser.

Kaeser traf sich zudem mit den Protestradlern aus Görlitz. Die IG Metall reagierte zurückhaltend. "Auf Almosen werden wir uns nicht einlassen", so Gewerkschafter Jan Otto (37). Kaeser solle jetzt schriftlich erklären, dass Görlitz erhalten bleibe.


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