Schwächeanfall in der Bahn: Frau und Ersthelfer müssen Strafe zahlen

Erst Hilfe, dann Strafe. So hatten sich die zwei Helfer das nicht vorgestellt... (Symbolbild)
Erst Hilfe, dann Strafe. So hatten sich die zwei Helfer das nicht vorgestellt... (Symbolbild)  © DPA

München/Grafing - Wie kann das sein? Liane F. (49) erleidet auf der Fahrt von München nach Grafing-Bahnhof einen Schwächeanfall im Zug und bekommt Hilfe von Robert P. (42) und einem weiteren Bekannten.

Doch kaum kommt der Schaffner, müssen alle drei 60 Euro Strafe zahlen, berichtet der "Merkur". Die Begründung war recht simpel, denn die drei hatten sich in der Not in die erste Klasse gesetzt, die direkt neben ihnen war.

Die zweite Klasse sei laut den Dreien komplett überfüllt gewesen, zudem war es an dem Tag 33 Grad heiß. Das sah der Kontrolleur anders und lies sich auch von der Notsituation nicht beeindrucken.

Jetzt weigern sich Liane F. und ihre Helfer die Strafe zu zahlen. Robert P. wendete sich schriftlich an das Bahnunternehmen Meridian. Doch dort bleibt man hart. In der zweiten Klasse hätte es noch 15 freie Plätze gegeben.

Jetzt will sich der 42-jährige Helfer an die Schlichtungsstelle wenden, da Hilfsbereitschaft nicht mit einem Bußgeld bestraft werden dürfe.

Update 17.47 Uhr: Bekommt die Geschichte eine überraschende Wendung?

Könnte es sich bei der Geschichte um einen klaren Betrug des Trios handeln? Meridian-Sprecher Christopher Raabe sagte am Montagnachmittag gegenüber "rosenheim24.de", dass sich die Geschichte ganz anders zugetragen habe.

Der Kontrolleur genieße ein großes Vertrauen und sei schon viele Jahre im Dienst der Bayerischen Oberlandbahn. "Er hat sich völlig korrekt verhalten", so Raabe gegenüber der Seite.

So sollen zwei Zeugen, darunter sogar ein Polizist in Zivil, den Aussagen der drei Zugreisenden vehement widersprechen. Es habe demnach weder Anzeichen für Kreislaufprobleme bei der Frau gegeben, noch einen Platzmangel in der zweiten Klasse!

Raabes letztes Argument stimmt besonders nachdenklich: "Die Dame ist uns außerdem als wiederholte Schwarzfahrerin bekannt".

Titelfoto: DPA


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