"Gülletourismus" verbreitet sich: Das steckt hinter dem Phänomen

München - Milch gilt als gesund, doch die von Milchkühen produzierte Gülle wird zum Umweltproblem, wenn im Übermaß gedüngt wird. Die Landwirtschaftsministerin will dem vorbeugen.

Michaela Kaniber (l-r, beide CSU), bayerische Landwirtschaftsministerin, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, gehen an einer Kuhweide entlang. (Archivbild)
Michaela Kaniber (l-r, beide CSU), bayerische Landwirtschaftsministerin, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, gehen an einer Kuhweide entlang. (Archivbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Agrarministerin Michaela Kaniber will die finanzielle Unterstützung der Viehhaltung in Bayern stärker an Tierwohl und Umweltschutz ausrichten.

"In einem Betrieb müssen die Fläche und die Zahl der Tiere zusammenpassen", sagte Kaniber. "Das dient dem Gewässerschutz und den Tieren." Deshalb will die CSU-Politikerin eine Obergrenze bei der Förderung einziehen.

"Wir sagen: Eine Förderung gibt es nur bis zwei Großvieheinheiten pro Hektar – das wären grob gesagt zwei Rinder pro Hektar."

Damit will Kaniber dem Phänomen des Gülletourismus vorbeugen, das hauptsächlich in Norddeutschland und den Niederlanden verbreitet ist, aber auch aus Bayern bekannt ist.

Das Problem mit dem Mist wird verstärkt, wenn Gülle durch Europa transportiert wird und Gülle aus dem Ausland in Deutschland auf den Äckern landet.

Nach den Vorschriften der EU-Düngeverordnung dürfen die Bauern pro Jahr und Hektar noch 170 Kilo Gülle ausbringen. Überdüngung mit Gülle kann Umweltprobleme verursachen, wenn deswegen die Nitratbelastung des Grundwassers steigt.

"In unserem bayerischen Agrarinvestitionsprogramm wollen wir ganz gezielt die bäuerlichen Strukturen bewahren", sagte Kaniber. "Die Landwirte, die umweltverträglich und tierwohlgerecht wirtschaften mit zwei Rindern pro Hektar, werden gefördert."

Die Staatsregierung unterstütze auch ganz gezielt Milchviehbetriebe, "die aus der Anbindehaltung rauswollen und einen Laufstall bauen oder auf Weidehaltung umstellen", sagte Kaniber.

Wenn zu viel gedüngt wird, schadet das dem Grundwasser. (Archivbild)
Wenn zu viel gedüngt wird, schadet das dem Grundwasser. (Archivbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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