Er wollte töten: Motiv des Polizisten-Angreifers in München bekannt

München - Die Polizei München gab mit der Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz den aktuellen Ermittlungsstand zum Fall des angegriffenen Polizisten in München bekannt.

Staatsanwältin Anne Leiding, Kriminaloberrat Josef Wimmer und Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins in der Pressekonferenz.
Staatsanwältin Anne Leiding, Kriminaloberrat Josef Wimmer und Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins in der Pressekonferenz.  © Screenshot Facebook Polizei München

Wie die Polizei mitteilte, steckte die abgebrochene Klinge nach der Attacke am Montagmorgen noch im Nacken des Polizisten.

Die Entfernung in der Not-Operation war risikoreich, ob es zu einer vollständigen Genesung des Polizisten kommt, ist unklar.

Kriminaloberrat Josef Wimmer erklärte, dass es trotz Videoüberwachung im Sperrgeschoss des Hauptbahnhofs keine Aufzeichnung der Tat gäbe, da der Messerstoß in einem uneinnehmbaren Bereich stattgefunden habe.

Deshalb richtete sich die Polizei auch mit einem Fahndungsaufruf an die Zeugen des Vorfalls. Von den sieben Zeugen, die sich bei der Polizei gemeldet haben, sind sechs keine Polizisten, so Wimmer.

Das Motiv des 23-jährigen Täters sei Hass gegen die Polizei. Der Mann wollte, laut Aussage, gezielt einen Polizeibeamten töten.

Zurzeit sei der 23-Jährige in einer Psychiatrie untergebracht. Wegen bereits vorangegangener psychischer Erkrankungen wird davon aufgegangen, dass er zur Tatzeit ebenfalls erkrankt war und damit beschränkt schuldfähig sei.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mord und sieht niedere Beweggründe und Heimtücke gegeben. Aufgrund der psychischen Erkrankung wurde trotzdem nur ein Unterbringungsbefehl und kein Haftbefehl erlassen, erläuterte Staatsanwältin Anne Leiding.

Polizei bedauert fremdenfeindliche Reaktionen im Netz auf die Tat in München

Ein Fahrzeug der Bundespolizei steht vor einem Eingang zum Hauptbahnhof. Am frühen Montagmorgen war ein Polizist mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.
Ein Fahrzeug der Bundespolizei steht vor einem Eingang zum Hauptbahnhof. Am frühen Montagmorgen war ein Polizist mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.  © Matthias Balk/dpa

Pressesprecher Marcus da Gloria Martins bedankte sich bei der Bevölkerung für die Welle an Solidarität, bedauerte allerdings auch die vielen "Brandstifter", die im Internet nationalistische und fremdenfeindliche Motive in der Tat sahen (TAG24 berichtete).

"Wir lassen uns nicht politisch instrumentalisieren", betonte da Gloria Martins.

Um die fremdenfeindlichen Kommentare zu entkräften, berichtete da Gloria Martins von dem Mann, der am Hauptbahnhof kontrolliert werden sollte: Der 24-jährige Eritreer wurde gerade von den Polizisten befragt, als es zu dem Angriff kam und war im Anschluss bei der Überwältigung des Täters beteiligt.

Ein "Ausländer" habe also geholfen, den Messerstecher dingfest zu machen.

Mehr zum Thema München Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0